Dienstag, 21.05.2019

Kandidat Wolfgang Langer will die Ortsteile enger zusammenrücken lassen

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Braunlage. Am 16. Juni wählen die Bewohner der Stadt Braunlage einen neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Stefan Grote (SPD) kandidiert nach 13 Jahren nicht mehr. Um die Nachfolge bewerben sich vier Kandidaten. Neben Cornelia Ehrhardt (CDU) wollen auch Wolfgang Langer (Bürgerliste), Borzu Schandermani (parteilos, für die SPD) und die Einzelbewerberin Martina Peine zum Bürgermeister gewählt werden.

Die GZ wird in den nächsten Wochen über die Bewerber und ihren Wahlkampf berichten. Zunächst werden die Kandidaten vorgestellt. Heute ist Wolfgang Langer (Bürgerliste) an der Reihe. Morgen geht die kleine Serie mit dem parteilosen Borzu Schandermani weiter.

Zur Person

Wolfgang Langer ist 49 Jahre alt, verwitwet und hat einen erwachsenen Sohn. Er ist in Braunlage aufgewachsen. Nach dem Abitur, das er in Bad Harzburg machte, studierte er Wirtschaftswissenschaften in Kassel. 1996 schloss er sein Studium als Diplom-Ökonom ab. Danach kam er mit seiner Frau nach Braunlage und betrieb zunächst Fünf-Sterne-Ferienwohnungen. 2001 wurde er Direktor des ersten und bislang einzigen Fünf-Sterne-Hotels im Landkreis Goslar. Wolfgang Langer war im Hohenzollern, das er bis 2008 leitete, Chef von 30 Mitarbeitern.

Weil seine Frau 2006 an einer schweren Krankheit starb, zog er sich beruflich und auch aus der Kommunalpolitik zurück, um mehr Zeit für seinen Sohn zu haben. Langer hatte von 2004 bis 2006 bereits für die Bürgerliste im Rat gesessen. 2006 und 2011 kandidierte er aber nicht, und 2016 ist er dann erneut in den Rat gewählt worden. Er betreibt seit 2008 Fünf- und Vier-Sterne-Ferienwohnungen in Braunlage.

Die Motivation

Eines der Ziele von Wolfgang Langer ist, die drei Ortsteile der Stadt Braunlage als Ganzes zu betrachten und enger zusammenrücken zu lassen. „Ich möchte außerdem die derzeit positive Entwicklung der Stadt verstetigen“, betont er. Die mangelnde Ausbildung – Wolfgang Langer ist kein Verwaltungsmann – sieht er nicht als Manko. Der 49-Jährige ist überzeugt davon, alle Fähigkeiten zu haben, die ein Bürgermeister benötigt.

Das Wahlprogramm

Wolfgang Langer hat fünf Themen, für die er sich hauptsächlich engagieren will: Braunlage als Wohnort, Tourismus, integriertes Verkehrs- und Mobilitätskonzept, Kurparkplanung und Schanzenprojekt gestellt. Dabei will er vor allem das Verkehrsproblem lösen, neue Wohngebiete für Einheimische schaffen und helfen, den Fachkräftemangel in der Hotellerie und Gastronomie zu beseitigen. Diese Themen will er ebenso zur Chefsache erklären, wie die Wirtschaftsförderung.

Der 49-Jährige sieht insbesondere bei der Ansiedlung von Unternehmen noch Luft nach oben. Ferner setzt sich Langer dafür ein, das Tourismuskonzept der Stadt fortzuschreiben. Er ist überzeugt von dem Leitsatz „Angebot schafft Nachfrage“, den er im Studium gelernt hat.

Weiter spricht er sich dafür aus, die Grundschule in Hohegeiß zu erhalten. Das müsse aber nicht unbedingt am jetzigen Standort sein. Überhaupt wolle er sich dafür einsetzen, alle Schulen im Stadtgebiet zu erhalten, das gelte auch für das Oberharz-Gymnasium und die Oberschule. Dieses Angebot sei wichtig, um Familien in die Kernstadt und die Ortsteile zu locken.

Der Kandidat der Bürgerliste sieht es nicht als Problem an, dass er, anders als die CDU- und SPD-Kandidaten, keine Verbindungen über die Parteischiene nach Hannover hat. „Wenn wir etwas wollen, werden wir auch so gehört“, erklärt er. Zudem ist Langer überzeugt, dass – sollte er Bürgermeister sein – auch die SPD- oder CDU-Vertreter im Rat bei Bedarf Türen für ihn in den Hauptstädten öffnen würden.

Ebenso wenig sieht er es als Problem an, die Amtsleiter-Stellen zu besetzen, die im Laufe der nächsten Legislaturperiode im Rathaus vakant werden, weil die Amtsinhaber in Pension gehen. Der 49-Jährige ist überzeugt davon, entsprechende Fachleute für diese Stellen zu finden, auch wenn es in anderen Bereichen Probleme gibt, Stellen neu zu besetzen. „Wir müssen den Wohnwert unserer Stadt herausstellen.“

Der Wahlkampf

Der Wahlkampf von Wolfgang Langer läuft auf Hochtouren. Unter anderem erklären bei Facebook viele bekannte Bürger, wie beispielsweise der Vorsitzende des Wintersportvereins, Jens Koch, die ehemalige Dehoga-Vorsitzende Simone Neitz und der ehemalige Eishockey-Funktionär Steffen Heister, warum sie ihn wählen wollen. Weiter besucht er viele Veranstaltungen in allen Ortsteilen. Auffällig sind seine Plakate, auf denen steht, was er alles kann, und auf denen er augenzwinkernd einräumt, was er nicht kann, nämlich rückwärts Einparken.

PODIUMSDISKUSSION

Auch bei diesem Bürgermeister-Wahlkampf wird die GZ wieder die Kandidaten zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion einladen. Als Termin ist Montag, 3. Juni, vereinbart worden. Die Kontrahenten treffen in der Scheune der Hapimag-Ferienanlage aufeinander. Beginn ist um 18 Uhr. GZ-Redakteure werden den Bewerbern Cornelia Ehrhardt (CDU), Wolfgang Langer (Bürgerliste), Borzu Schandermani (parteilos für die SPD) und Einzelbewerberin Martina Peine auf den Zahn fühlen, aber auch den Besuchern Gelegenheit geben, ihre Fragen zu stellen.








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