Mittwoch, 22.05.2019

Borzu Schandermani will von außen Dinge erkennen und fördern

Leserbrief
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Braunlage. Am 16. Juni wählen die Bewohner der Stadt Braunlage einen neuen Bürgermeister. Amtsinhaber Stefan Grote (SPD) kandidiert nach 13 Jahren nicht mehr. Um die Nachfolge bewerben sich vier Kandidaten. Neben Cornelia Ehrhardt (CDU) wollen auch Wolfgang Langer (Bürgerliste), Borzu Schandermani (parteilos, für die SPD) und die Einzelbewerberin Martina Peine zum Bürgermeister gewählt werden.

Die GZ wird in den nächsten Wochen über die Bewerber und ihren Wahlkampf berichten. Zunächst werden die Kandidaten vorgestellt. Heute ist der parteilose Borzu Schandermani an der Reihe, der für die SPD kandidiert. Morgen endet die kleine Serie mit der ebenfalls parteilosen Einzelbewerberin Martina Peine.

Zur Person

Borzu Schandermani ist mit 45 Jahren der jüngste Kandidat. Er ist verheiratet und hat einen neunjährigen Sohn und eine sechsjährige Tochter. Er ist in Duschanbe, der heutigen Hauptstadt Tadschikistans, geboren. Im Alter von sieben Jahren zog er mit seinen Eltern nach Berlin. Er wuchs im Stadtteil Charlottenburg auf, machte sein Abitur und anschließend eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Danach studierte er Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt/Oder und Berlin.

Sein Studium schloss Borzu Schandermani mit dem Diplom ab. Danach organisiert er als Selbstständiger unter anderem Mode-Events in der Hauptstadt. Weil die Kinder auf dem Land aufwachsen sollten, zog er 2011 nach Wernigerode und arbeitet seit dem im Projekt-Management eines IT-Unternehmens in Hasselfelde.

Die Motivation

Seiner Meinung nach ist es ein klarer Vorteil, dass er nicht aus Braunlage, St. Andreasberg oder Hohegeiß kommt. „So kann ich Dinge von außen erkennen und fördern“, sagt er. Er wolle Bürgermeister werden, um die Stadt nach vorne zu bringen. Dass er kein Verwaltungsfachmann ist, müsse kein Nachteil sein, zumal er als Projektmanager im IT-Bereich viele Programme für die öffentlichen Verwaltungen entwickelt habe und sich dementsprechend auskenne, betont er. Und gerade die digitale Zukunft sei für die Stadt wichtig, und da wolle er helfen, dies weiterzuentwickeln.

Das Wahlprogramm

Auch der parteilose Kandidat der SPD möchte das Verkehrsproblem lösen. Die langen Staus waren sogar einer der Gründe, warum er kandidiert. Borzu Schandermani kommt im Winter regelmäßig zum Skifahren nach Braunlage, aber auch Sonnenberg, St. Andreasberg und Hohegeiß und ärgert sich dann über die langen Staus. Mit mehr Parkplätzen in den Randbereichen wolle er zumindest an Tagen mit mittlerem Besucherandrang Staus verhindern. Darüber hinaus wolle er in Gesprächen mit Vertretern der Fachbehörden weitere Lösungen für den besseren Verkehrsfluss finden.

Aber da sei auch der Rat bereits schon auf einem guten Weg, der ja 13 Punkte untersuchen lassen möchte, um die Verkehrssituation zu verbessern. „Da würde ich mich ebenfalls gerne aktiv einbringen“, sagt er. Einsetzen möchte sich der 45-Jährige auch für die Schaffung von Wohnraum für Einheimische. Es fehlten vor allem größere Wohnungen für Familien mit Kindern, habe er in Gesprächen mit den Bürgern festgestellt.

Wichtig seien auch die Schulen für die Stadt. Keinesfalls solle eine geschlossen werden, betont er. Deswegen wolle er sich auch dafür engagieren, die Grundschule in Hohegeiß zu erhalten. Ohne die Schule sei es sehr viel schwieriger neue Bewohner in das Bergdorf zu locken und das sei eines der Ziele, das er habe.

Weiter wolle er sich für den Bau eines Vereinshauses in Hohegeiß einsetzen, in dem unter anderem auch Bogenschießen veranstaltet werden kann. Unterstützung bei der Arbeit und der Umsetzung der Ziele erhofft er sich über die guten Verbindungen des Braunlager SPD-Ortsvereins nach Hannover und Berlin.

Darüber hinaus kann Borzu Schandermani es sich auch vorstellen, seine Kontakte in die Modebranche Berlins zu reaktivieren und Veranstaltungen in der Stadt Braunlage in diesem Bereich anzubieten. Diese würden Braunlage bundesweit bekannter machen und könnten neue Gästekreise erschließen.

Der Wahlkampf

Viel Wahlkampf hat Borzu Schandermani bislang noch nicht gemacht. Der 45-Jährige versucht, in Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß bekannter zu werden, in dem er viele Veranstaltungen besucht. Gestern hat er zudem damit begonnen, Plakate in der Stadt aufzuhängen. Außerdem hat er bei Facebook einen Account angelegt, in dem er bislang Veranstaltungen in Braunlage oder die Berichte darüber teilte.

PODIUMSDISKUSSION

Auch bei diesem Bürgermeister-Wahlkampf wird die GZ wieder die Kandidaten zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion einladen. Als Termin ist Montag, 3. Juni, vereinbart worden. Die Kontrahenten treffen in der Scheune der Hapimag-Ferienanlage aufeinander. Beginn ist um 18 Uhr. GZ-Redakteure werden den Bewerbern Cornelia Ehrhardt (CDU), Wolfgang Langer (Bürgerliste), Borzu Schandermani (parteilos für die SPD) und Einzelbewerberin Martina Peine auf den Zahn fühlen, aber auch den Besuchern Gelegenheit geben, ihre Fragen zu stellen.








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