Donnerstag, 12.10.2017

AfD-Attacke auf die „Politiker im Sprechblasenmodus“

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Bad Harzburg. Nach außen hin war es vor allem ein Abend der rustikalen Redewendungen, den die AfD am Mittwoch in der Wandelhalle vor rund 30 Besuchern präsentierte.

Ganz verzichtet wurde auf Themen zu den beiden Harzer Wahlkreisen. Klaus-Dieter Schneider, Kandidat des Wahlkreises 13 Seesen, wurde vom Bad Harzburger AfD-Stadtverbandschef Ulrich Bormann kurz vorgestellt. Das Pendant im Wahlkreis 14 Goslar, Dirk Straten, lieferte nur ein knappes Statement, gab aber mit der Begründung für sein Partei-Engagement schon mal die Drehzahl vor: „Die kriminelle Energie, mit der die Flüchtlingsproblematik betrieben wurde.“

Eine Vorlage für Harm Rykena, Grundschul-Konrektor aus dem Oldenburgischen und Nummer 9 auf der AfD-Landesliste. Der Pädagoge verwies auf eine Umfrage, wonach die Wähler am meisten das Thema Schule/Bildung, weit vor der Flüchtlingsproblematik, bewegt und versuchte sich an einem strategischen Spagat: Thema Nr. 1 Schule sei ganz stark von Thema Nr. 2 Flüchtlinge betroffen. Rykena machte das unter anderem daran fest, dass es mittlerweile „zwei bis fünf Kinder in jeder Klasse gibt, die gar kein deutsch können“, geißelte den Islam-Unterricht sowie Pläne, Abiturprüfungen künftig auch auf arabisch, türkisch oder polnisch abzuhalten.

AfD-Spitzenkandidatin Dana Guth aus Herzberg nahm sich gleich das Establishment mit „Vollblutpolitikern im Sprechblasenmodus“ vor. Die political correctness liege wie „Mehltau über diesem Land“, man müsse sich endlich wieder trauen, Begrifflichkeiten zu klären. Etwa: Wer ist ein Flüchtling? Für sich und das Publikum hatte die Immobilienmaklerin diese Antwort parat: „Fast alles junge Männer, aber welcher normale Mann lässt seine Familie in einem Krieg zurück?“ Und: Es sei „krank“, kriminelle Straftäter unter den Flüchtlingen nicht in ihre Länder zurückzuschicken, aber es gebe eben einen „Multi-Kulti-Bonus bei der Justiz“. Auf eine Zwischenfrage erklärte Guth, man sollte wegen der Überlastung durch Asylbewerber „nicht mehr Richter einstellen, sondern den Rechtsweg beschneiden“.



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