Montag, 22.03.2021, 15:00 Uhr

Zara Larsson: „Pop ist für alle da“

Zara Larssons ist eine international erfolgreiche Sängerin. Foto: Sony Music/Jordan Rossi

Poster Girl“ ist der Titel von Zara Larssons drittem Album. Heißt soviel wie: Aushängeschild. Für die Liebe, sagt die 23-jährigen, sei sie ein eher schlechtes, für gute kommerzielle Popmusik hingegen gibt es derzeit kaum eine bessere Botschafterin als die Stockholmerin.

Poster Girl“ ist der Titel von Zara Larssons drittem Album. Heißt soviel wie: Aushängeschild. Für die Liebe, sagt die 23-jährigen, sei sie ein eher schlechtes, für gute kommerzielle Popmusik hingegen gibt es derzeit kaum eine bessere Botschafterin als die Stockholmerin.

Zara Larsson liegt auf dem Sofa ihrer Stockholmer Wohnung und denkt laut darüber nach, was sie zu Mittag essen soll. „Ich denke, ich möchte etwas vom Vietnamesen“, entscheidet sie sich schließlich. Das Restaurant ihrer Wahl hat zwar geöffnet, schließlich war und ist Schweden weit weniger rigoros mit seinen Corona-Lockdown-Maßnahmen als etwa Deutschland, dennoch will sich die Sängerin ihre Mahlzeit lieber liefern lassen. „Man wird manchmal böse angeguckt, wenn man sich allzu frei und fröhlich draußen bewegt“, sagt Larsson. „Wir Schweden nennen das Corona-Scham, und deshalb versucht fast jeder von sich aus, so rücksichtsvoll wie möglich zu sein.“ Was sich die 23-Jährige jedoch nicht nehmen lässt, ist ihre tägliche Sporteinheit. „Für meine Psyche und meine gesamte mentale Verfassung ist es unverzichtbar, dass ich mich viel bewegen. Ich habe weniger Ängste, ich schlafe besser, ich kann mich länger konzentrieren. Ich bin einfach besser drauf, wenn ich fit bin.“ Dem Alkohol habe sie seit einigen Monaten zudem abgeschworen, und Partys sind ja eh schon lange keine mehr. „Ich will mein Gehirn und meinen Körper sauber und gesund halten.“

Dritte Platte

Das kann nicht schaden, zumal es für Zara Larsson jetzt ja auch wieder richtig losgeht. Immerhin vier Jahre sind seit dem letzten Album, auf dem auch ihr bis heute größter Hit „Lush Life“ zu finden ist, bereits verstrichen. Nun veröffentlicht sie mit „Poster Girl“, ihrer insgesamt dritten Platte, eine absolut stimmige und vielseitige Sammlung von Popsongs, die zum einen Ohr reingehen und zum anderen so schnell nicht wieder rauskommen. Soll heißen: Zara Larsson macht Pop, der absolut typisch ist für ihr Heimatland. Seit Abba weiß die Welt, dass sich vielleicht kein Menschenschlag besser auf die Manufaktur von perfekt harmonischen Kompositionen versteht als die Schweden.

Larsson: „Das Schöne an Popmusik ist ihre Zugänglichkeit. Pop ist für alle da. Jeder Mensch soll meine Songs mitsingen können, am besten sofort. Ich störe mich nicht daran, wenn manche meine Lieder als schlicht bezeichnen. Sie sind auf gute Art schlicht.“ Die neuen Songs von Zara, die mit zehn bei einer unserem „Supertalent“ ähnlichen TV-Castingshow mitmachte, mit 15 ihre erste Nummer Eins in den schwedischen Charts feierte und immer auf Englisch singen wollte, lassen keine Wünsche offen. „Love Me Land“, das vorab schon erfolgreiche „Ruin My Life“ oder die neue Single „Talk About Love“ bleiben absolut hängen. Obwohl Zara Larsson stimmlich und stilistisch einer Gwen Stefani oder einer Dua Lipa sicher nähersteht als ihrem erklärten Idol Beyoncé.

Zentrales Thema auf „Poster Girl“ ist, wie sollte es anders sein, die Liebe. Larsson – seit anderthalb Jahren mit einem schwedisch-amerikanischen Tänzer liiert – sagt im Titelsong zwar, sie sehe sich keineswegs als Aushängeschild für eine gelungene Liebesbeziehung, doch „die langweilige Wahrheit ist, dass sich meine Gedanken immer um die Liebe drehen, egal, ob ich gerade liiert bin oder Single. Ich liebe die Liebe mit ihren Emotionen und ihrer Dramatik, aber ich bin sehr wenig perfekt, wenn es um die Umsetzung geht.“ Am allerschönsten finde Zara allerdings jene Phase, in der die Liebe gerade am Entstehen ist, „Talk About Love“ handelt von diesem Zwischenzustand, „in dem noch nichts klar, aber alles möglich ist.“


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