Erste konkrete Pläne
Mittwoch, 21.09.2022 , 17:15 Uhr

Wie Jugendliche die Stadt Goslar besser machen wollen

Jugendliche sollen bei politischen Entscheidungen mehr Mitspracherecht haben. Im Rahmen des Projekts „Jugend entscheidet“ haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste konkrete Anträge formuliert - Der ÖPNV ist dabei ein großes Thema.

20 Jugendliche beschäftigten sich bei den Thementagen mit der Kommunalpolitik und entwickeln Anträge. Foto: Stadt Goslar

Goslar. Die ersten Thementage im Rahmen des Projekts „Jugend entscheidet“ haben stattgefunden. Die Stadt Goslar war im März in das gleichnamige Förderprogramm der gemeinnützigen Hertie-Stiftung aufgenommen worden. Ziel des Programmes ist, dass Kommunen im Rahmen eines professionell moderierten Prozesses konkrete Entscheidungen an Jugendliche abgeben.

Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner begrüßte 20 Jugendliche im Goslarer Kulturmarktplatz. „Das Projekt Jugend entscheidet soll kein einmaliges Leuchtfeuer sein. Die Stadt Goslar will Jugendliche beteiligen und sie will es künftig möglichst durchdacht und verstetigt machen“, so Schwerdtner. Derzeit würden Jugendliche kaum durch politische Parteien erreicht.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmenden zunächst einen Crashkurs in Kommunalpolitik und entwickelten dann erste eigene Ideen, die zu Papier gebracht wurden. Der erste Tag endete mit einem „Bunten Abend“, bei dem die Jugendlichen mit den anwesenden Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kamen. Am zweiten Projekttag wurden die Ideen vom Vortag vorgestellt. Dabei gaben Ratsmitglieder, Fachleute und Verwaltungsprofis Tipps zur Umsetzung. Aus den Ideen wurden Ratsvorlagen erstellt und in Gruppensitzungen, ähnlich einer kommunalen Fraktionssitzung, gemeinsam mit städtischen Ratsmitgliedern entsprechende Anträge vorbereitet und anschließend in einer fiktiven Ratssitzung vorgestellt und besprochen. Die verschiedenen Anträge beziehen sich beispielweise auf Goslar als Fahrradstadt. Die Jugendlichen möchten mehr Verleihstationen für Fahrräder und auch am ÖPNV sollen Veränderungen stattfinden. Keine Busse sollen durch Fahrermangel mehr ausfallen, Harz- und Stadtbus sollen sich tariflich nicht mehr unterscheiden und für alle jungen Erwachsenen bis 25 Jahre soll der ÖPNV kostenlos sein. Außerdem wollen die Jugendlichen, dass Schäden wie beispielsweise Schlaglöcher oder Ähnliches auf Straßen, Rad- und Fußwegen sofort nach Meldung beseitigt werden.

Wie geht es nun weiter?

In der Ratssitzung beschlossen die jugendlichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, acht der neun eingebrachten Anträge. Diese stellen nun einen Arbeitsauftrag für die Stadt Goslar dar. In den kommenden Wochen wird dabei die Stadtverwaltung in Abstimmung mit den Jugendlichen die Ideen auf „Herz und Nieren“ prüfen. Ziel ist es dabei, beschlussfähige Anträge für den Rat zu entwickeln.

Erneut zusammenkommen werden die Jugendlichen voraussichtlich am 20. Dezember im Rat der Stadt Goslar, dort sind dann die Fraktionen gefragt. Im „echten“ Rat werden die Anträge durch die Jugendlichen vorgestellt und, so die Hoffnung der Projektverantwortlichen, von den Mitgliedern des Rates beschlossen. red/ao

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