Goslar. Der unübersichtlichen Zettelwirtschaft und dem Schleppen von diversen Schulmappen soll ein Ende bereitet werden. Die BBS 1 Goslar– Am Stadtgarten hat 250 iPads für Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte angeschafft. Schnell, digital und interaktiv sieht der zukünftige Unterricht an der berufsbildenden Schule aus. Die 11. bis13. Klassen arbeiten bereits seit anfang des Schuljahres mit den iPads – und das Feedback ist durchweg positiv. Aber wie sieht die Finanzierung aus? Werden Klausuren in der Zukunft nur noch digital absolviert und gibt es auch manchmal Probleme beim Arbeiten?

Kostspielige Anschaffung

Das Arbeiten mit Computern, iPads oder Ähnlichem ist nicht gerade kostengünstig. Rund 400 Euro pro Schülerin und Schüler werden dabei berechnet. Die Geräte werden den Jugendlichen leihweise von der Schule zur Verfügung gestellt. Laut des Vertreters der Schulleitung der BBS 1 Goslar – Am Stadtgarten, Frank Grigoleit, sind elternfinanzierte Geräte keine Option. Nicht jeder hat die gleichen finanziellen Möglichkeiten und kann mal eben so ein iPad für sein Kind kaufen. Daher wurde sich an die Stiftung Kehmstedt in Goslar gewendet, um die nötige Unterstützung zur Digitalisierung zu bekommen. Diese Stiftung hat in den vergangenen Jahren die drei berufsbildenden Schulen des Landkreises Goslar finanziell unterstützt. Flächendeckend für die gesamte Schule sind die iPads nicht geplant, da dies die Kosten sprengen würden. In Planung wäre, als weitere Option der Finanzierung, eine Mischung aus Eltern- und Stiftungsbeteiligung.

Betreute Geräte

Ausgestattet sind die Geräte mit einer Hülle, einer Tastatur und einem Stift. Damit die Schülerinnen und Schüler möglichst sorgsam mit der Leihgabe umgehen, haften sie bei selbstverschuldeten Unfällen mit maximal 70 Euro. Dies wird in der Regel allerdings von der Haftpflichtversicherung übernommen.

Es gibt 250 iPads für die BBS 1 – Am Stadtgarten. Symbolbild: Pixabay

Da die iPads Schuleigentum sind, gibt es einige Regeln, die die Jugendlichen im Umgang mit den Geräten beachten müssen. Zum einen ist die Nutzung nur für schulische Dinge geplant. Instagram, Facebook und Netflix sollten daher nur auf den privaten Endgeräten besucht werden. Grigoleit berichtet, dass teilweise besuchte Webseiten nachverfolgt werden können. Besonders präsent waren dabei Netflix und Amazon Prime. Diese wurden daraufhin kurzerhand gesperrt. Die komplette Administration der iPads liegt natürlich in den Händen der Schule. Sie können einstellen, welche Apps installiert werden dürfen und welche nicht. Auch das Wlan ist ausschließlich für die Schulgeräte freigeschaltet. Für privaten Gebrauch reicht die Kapazität nicht. Mit ihren Handys können sich die Jugendlichen daher nicht verbinden.

Nutzung im Unterricht

Die Tische im Unterricht sind weitestgehend leer. Nur das iPad und vielleicht eine Mappe liegt auf dem Schultisch. Viel Platz zum Arbeiten.

Die Geräte lassen sich mit dem Beamer an der Tafel verbinden. So können die Schülerinnen und Schüler bei der Besprechung von Aufgaben ihre Antworten ganz einfach abschicken und über den Beamer sind die Ergebnisse für alle in kurzer Zeit gut lesbar zu sehen. Kein Abwischen der Tafel und kein Geschmiere mit Kreide oder Tafelstiften.

Klausuren können derzeit allerdings noch nicht mit den iPads geschrieben werden. Dazu fehlt laut Grigoleit die nötige technische Sicherheit, die garantieren muss, dass die Schülerinnen und Schüler keine Täuschungsversuche unternehmen können.

Positives Feedback

Die beiden Schülerinnen der11. Klasse des beruflichen Gymnasiums, Angelique Choundhry und Kira Dreifke, sind begeistert von der Anschaffung der iPads. Zwar war es anfangs etwas komisch und eine Umstellung, allerdings sehen sie es auch als eine Erleichterung, nicht die vielen, schweren Schulmappen jeden Tag mitschleppen zu müssen.

Seit sie mit den Geräten arbeiten, ist bisher nur einmal eine etwas problematische Situation vorgekommen. Nachdem sich die iPads einmal komplett zurückgesetzt hatten, war die Angst groß, dass alle Unterlagen und Notizen aus dem Unterricht verloren gegangen sind. Dem war allerdings nicht so und die kurzzeitig aufgekommene Panik konnte schnell wieder behoben werden.

Auch dass ihnen die Entscheidung selbst überlassen ist, ob sie lieber mit der Tastatur arbeiten oder ihre Notizen per Hand aufschreiben, finden sie gut. So ist für jeden Lern- und Schreibtypen etwas dabei.