Samstag, 04.09.2021, 14:00 Uhr

Noa Jansma stellt „Catcaller“ auf Instagram bloß

Ein Selfie von Noa Jansma mit einem „Catcaller“. Instagram Screenshot: dearcatcallers

Eine besondere Art und Weise mit „Catcalling“ umzugehen, gibt es auf Instagram zu sehen. Die 25-jährige Studentin aus den Niederlanden, Noa Jansma, hat ein Projekt gestartet, um auf „Catcalling“ aufmerksam zu machen. Sie will die „Catcaller“ nicht einfach ignorieren. Sie dokumentiert alle Vorfälle in den sozialen Medien. Dafür macht sie ein Selfie von sich und den Männern, die ihr gerade noch unangenehm hinterher gerufen oder gepfiffen haben.

237.000 Abonnenten folgen dem Account „dearcatcallers“ bei Instagram. Die Männer auf den Bildern haben allerdings keine Ahnung, warum die 25-Jährige ein Bild mit ihnen machen möchte. Nach Aussagen der jungen Frau stehen die betroffenen Männer dem Ganzen aber auch nicht misstrauisch gegenüber. Nur ein einziger Mann habe bislang gefragt, was das Problem sei, und warum Noa ein Selfie mit ihm machen wolle.

Unwissenheit und Ignoranz seien also des „Catcallers“ beste Freunde. Noa Jansma schreibt auf ihrer Seite, dass sie durch ein Selfie das Objekt und den Objektivierenden auf einem Bild vereint. Dadurch wolle sie das umgekehrte Machtverhältnis repräsentieren.

User kreiden an

Unter dem Hashtag „dearcatcallers“ veröffentlicht die 25-Jährige ihre Bilder. Bei ausgewählten Posts schreibt sie über ihre Erfahrungen, was ihr hinterhergerufen wurde und ob die Männer ihr gefolgt seien. 10 Minuten sei ihr ein Mann im August 2017 gefolgt, ehe er ihr hinterherief., dass er sie sexy finde und sie gern begleiten würde. Ein weiterer Mann folgte ihr zwei Straßen lang im Auto und rief ihr ständig „sexy“ hinterher.

Zu ihrem Projekt selbst sagt die Studentin in einem BBC Interview: „Diese Männer sind in meine Privatsphäre eingedrungen, auf der Straße, vor allen. Nun dringe ich in ihre Privatsphäre ein.“

Jansma ist längst nicht mehr die Einzige, die mit Hilfe von Social Media auf „Catcalling“ aufmerksam macht. Unter den Namen „catcallsofbs“ werden Vorfälle von Betroffenen aus Braunschweig gepostet.

Die Initiatoren der Seite machen mit Kreide auf die Situation aufmerksam, in dem sie das gesagte am Ort des Geschehens mit Kreide auf die Straße schreiben und so ankreiden. Dies soll allen Menschen die dort vorbei laufen zeigen, wie allgegenwärtig verbale sexuelle Belästigung sei. Catcalling-Seiten gibt es nicht nur für den Großraum Braunschweig. Auch andere Städte haben „catcallsof...“-Seiten, auf der verschiedenste verbale Übergriffe dokumentiert und veröffentlicht werden.


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