Samstag, 08.01.2022, 15:30 Uhr

Neujahrsvorsätze - Zum Scheitern verurteilt ?

Abnehmen, mehr Sport und sich gesünder zu ernähren, so lauten die klassichen Neujahrsvorsätze, mit denen viele Menschen in das neue Jahr starten. Doch das Vorhaben lässt sich nicht immer umsetzen.  Die Junge Szene hat sich mit der Frage beschäftigt, warum gute Vorsätze meistens nicht lange durchgehalten werden.

Die Fernsehwerbungen sind voll von Abnehm-Produkten, Fitnessstudios hauen ein Sonderangebot nach dem anderen raus und schon wieder wird versucht, von jetzt auf gleich gegen den inneren Schweinehund anzukommen. Produktiver, engagierter, sportlicher und gesünder. Die klassischen Neujahresvorsätze enthalten mindestens eines dieser Adjektive.

Die Statistikplattform „Statista“ hat in dem Zeitraum vom 4. bis zum 9. November 381 Leute befragt, was ihre guten Vorsätze für das Jahr 2022 sind. Das Ergebnis ist wenig überraschend: Auf dem dritten Platz steht der Vorsatz, abzunehmen, auf dem zweiten, sich gesünder zu ernähren, und der unangefochtene Platz eins: Über die Hälfte der Befragten nimmt sich vor, mehr Sport zu treiben.

Die Junge Szene hat sich mit den klassischen Vorsätzen beschäftigt und ist der Frage nachgegangen, warum viele schon nach kurzer Zeit daran scheitern.

Unverbindliche Ziele

Wem Sport überhaupt kein Spaß macht, der wird im neuen Jahr kein Triathlet. Von wem Pizza das absolute Lieblingsessen ist, der wird nicht das ganze Jahr auf sie verzichten und wer pausenlos am Handy ist, der wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht schaffen, dies für eine Woche wegzulegen.

Für das neue Jahr nehmen sich viele Menschen vor, einen ganz besonderen Neuanfang zu starten. Nur wiederholt sich dieser Neuanfang immer wieder – theoretisch könnte man jedes Jahr mit den gleichen Vorsätzen starten. An dieser Stelle fängt schon das erste Problem mit der Durchführung von Neujahrsvorsätzen an. Sie sind nämlich unverbindlich. Wer sich bloß vornimmt, weniger Zeit am Handy zu verbringen oder mehr Sport zu treiben, der hat keine konkrete Zahl im Kopf, an der man misst, ob der Vorsatz auch eingehalten wird.

Was bedeuten die Vorhaben wirklich?

Vorsätze werden nicht innerhalb weniger Tage erreicht.

Laut dem „Ausdauer-Blog“ ist es viel sinnvoller, wenn beispielsweise gesagt wird „ich möchte in der Woche maximal zwei Stunden am Handy verbringen“. Dieses Ziel ist greifbar und am Wochenende gibt es keine Regel über die Zeit am Handy. Um sein Ziel einzuhalten, muss nur noch auf die Bildschirmzeit geachtet werden.

Außerdem sollten Ziele nicht immer gleich zu hochgesteckt werden. Pausen und Ausnahmen sind wichtig, damit die Vorsätze vielleicht doch eingehalten werden können.

Der Psychologe Marco Schneider erklärt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass sich die Menschen erst mal darüber im Klaren sein müssen, was ihr Vorhaben wirklich bedeutet. Bei dem Vorhaben, mehr Sport zu treiben, geht es nämlich nicht um die neuen Laufschuhe, die gekauft werden, sondern darum, bei Wind und Wetter rauszugehen und sich zu bewegen.

Außerdem sagt der Psychologe, dass es wichtig ist, sich selbst zu verdeutlichen, warum einem das Erreichen der individuellen Ziele glücklicher macht. Dabei nennt Schneider in der Süddeutschen Zeitung folgendes Beispiel: „Ein Instrument kann man zum Beispiel erlernen, um künftig gemeinsam mit Freunden zu musizieren – und nicht einfach nur, um Gitarre zu spielen.“

Wege zum Erfolg

Sich selbst Ziele für das neue Jahr zu setzten, ist allgemein keine schlechte Sache. Damit die guten Vorsätze, ganz egal wann sich diese überlegt werden, auch gelingen, gibt es einige Tipps und Tricks. Das Gesundheitsmagazin der Krankenkasse AOK hat für diese Problematik einige Möglichkeiten zusammengefasst. Damit die schlechten Angewohnheiten nicht einfach nur verboten werden, können sich dafür Alternativen ausgedacht werden. Laut der AOK kann langes Fernsehgucken oder Videospielen durch Telefonate mit den Liebsten ersetzt werden. So wird der Langeweile zu Hause aus dem Weg gegangen und das Belohnungssystem trotzdem aktiviert.

Beim Wunsch abzunehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören, ist es eine gute Möglichkeit, sich Gleichgesinnte zu suchen. In der Gruppe ist es einfacher, über mögliche Probleme zu sprechen und sich gegenseitig zu motivieren, aber auch zu kontrollieren.

Außerdem ist es wichtig, nie die Realität aus den Augen zu verlieren. Wer sein Bestes gibt, der erlebt wahrscheinlich trotzdem früher oder später eine Niederlage. Das sollte jedem vorher bewusst sein, jedoch darf man sich davon nicht abschrecken lassen. Beispielsweise ist das gesetzte Fitnessziel zu dem überlegten Datum nicht erreicht worden. Das ist jedoch kein Grund, alles hinzuschmeißen, sondern die nächsten Ziele etwas kleiner zu setzten. So kann das Ziel nächstes Mal garantiert erreicht werden.

Veränderungen sind kein Sprint, sondern ein Marathon. Dabei sollte stets nur auf den eigenen Prozess und nicht auf den von anderen geachtet werden. Auch kleine Schritte bringen jeden früher oder später an das gewünschte Ziel.

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