Freitag, 26.03.2021, 15:00 Uhr

Mit Schnelltests: Kurz vor den Ferien noch mal in die Schule

Die Schülerinnen und Schüler der BBS am Stadtgarten konnten sich in dieser Woche selber auf Corona testen. Foto: Bargmann

Goslar. Die letzte Woche vor den Osterferien ist rum. Alle Schüler und Schülerinnen waren – zumindest sollte es laut Verordnung so sein – noch einmal in der Schule. Diese Anweisung kam aus dem Kultusministerium. In den Berufsbildenden Schulen 1 am Stadtgarten (BBS) kam man dem nach und weitete den Unterricht im Wechselmodell auf alle Klassenstufen aus.

Für die Schüler in den Abschlussklassen, die schon seit Februar wieder im Wechselmodell sind, war das nichts Neues. Doch viele Schüler sind eine Woche vor den Ferien das erste Mal seit Monaten wieder in der Schule.

Jonas Jordan

Die Freude darüber hält sich allerdings in Grenzen. Warum sie so kurz vor Ostern noch mal alle zur Schule müssen, sei nicht nachvollziehbar, sagt Jonas Jordan, der die 11. Klasse des Berufsgymnasiums der BBS besucht. Dadurch würden sich viele einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Eine mögliche Erklärung hat der stellvertretende Schulleiter Frank Grigoleit. Er sieht die Woche vor den Osterferien als Testwoche. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn es werden erstmals direkt an den Schulen Corona-Tests vorgenommen. „Die Woche vor den Osterferien ist eine Übung für das neue Testkonzept, das nach den Ferien weitergeführt werden könnte“, sagt Grigoleit.

Die Lehrer der BBS finden das gut, die Tests, die die Schüler bei sich selber machen, seien recht einfach und würden Sicherheit geben. Wenn die Selbsttests in den Klassen zur Anwendung kommen, erklären die Lehrkräfte schrittweise, wie sie funktionieren. Allerdings bleibt es jedem überlassen, ob er daran teilhaben möchte oder nicht. „In manchen Klassen wollen fast die Hälfte der Schüler keinen Test“, sagt die Lehrerin Doreen Ernst. „Einige haben Angst vor einem falsch-positiven Ergebnis und lassen sich daher nicht testen“, vermutet Eileen Hepner, ebenfalls Lehrerin. Doch diese Angst sei unbegründet, denn nach einem positiven Schnelltest folge ein PCR-Test, durch den eindeutig festzustellen sei, ob eine Infektion vorliege.

Stefan Schaber

Die Meinungen der Schüler zu den Tests sind gespalten. „Sie geben nicht zu 100 Prozent Sicherheit, ob wirklich alle negativ sind, die Ergebnisse können falsch sein“, sagt Stefan Schaber, der im zweiten Jahr der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann ist. „Außerdem kann bei den Selbsttests etwas schief gehen, schließlich sind wir alle Laien“, findet Jordan.

Lissa Wölfer, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Verkäuferin steht, sieht das anders. Die Selbsttests seien einfach genug, dass jeder sie machen könne. „Und mit den Tests ist es immerhin sicherer, als ganz ohne.“

Nach dem Gespräch mit den Schülern wird klar: Grundsätzlich sind die Schüler und Schülerinnen froh, wieder in die Schule gehen zu können und in Präsenz lernen zu dürfen. „Nur Online-Unterricht zu haben und sich alles alleine beibringen zu müssen, ist gerade so kurz vor den Prüfungen manchmal schwierig“, sagt Wölfer.

Zudem klappe der Unterricht in der Schule mit dem Wechselmodell sehr gut, betont Schaber. Dass vor den Ferien alle Schülerinnen und Schüler, selbst wenn es nur für einen einzigen Tag ist, noch zur Schule sollen, ergebe aber für viele Schüler wenig Sinn.

 


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