Montag, 22.02.2021

Mehr Sicherheit statt Abenteuer

Ein Großteil der Befragten der „Beyond 2020 Global Youth“-Studie priorisiert persönliches Miteinander. Symbolfoto: Unsplash

Beängstigende Naturkatastrophen, lautstarke Klima-Proteste, aufreibende Anti-Rassismus-Märsche, und allen voran die Corona-Pandemie: Weltweit war das Jahr 2020 für die Erlebniswelt Jugendlicher und junger Erwachsener gekennzeichnet von Störung und Umstellung. Das zeigen Ergebnisse der Studie „Beyond 2020 Global Youth“ des Medienunterhaltungsunternehmens „ViacomCBS“.

Eine deutliche Mehrheit von80 Prozent der über 8000 Befragten im Alter von 16 bis 24 Jahren aus insgesamt 15 Ländern gibt an, aufgrund der Ereignisse 2020 ihre Pläne für die Zukunft überdacht zu haben. 82 Prozent fühlten sich in der Umsetzung ihrer Wünsche und Pläne gehindert. Verantwortlich dafür ist in jedem der befragten Länder – ob Deutschland, Brasilien, China oder Südafrika – hauptsächlich das Coronavirus. „Doch auch die Anti-Rassismus-Bewegung und Proteste gegen polizeiliche Gewalt hatten einen sehr großen Einfluss“, betont Christian Kurz, stellvertretender Vorsitzender von „ViacomCBS Global Insights“. Ebenso ein wichtiges Thema seien nach wie vor Naturkatastrophen und Klima-Proteste, „und das, obwohl wir 2020 viele Dinge erlebt haben, die das leicht hätten überschatten können“, merkt Kurz an.

Aufgrund der Unsicherheit, die das Jahr 2020 bescherte, sehnen sich junge Menschen einmal mehr nach Stabilität. 27 Prozent geben an, es zu ihrer größten Priorität gemacht zu haben, später einen sicheren Job zu finden. Sicherheit bringen soll andererseits stärkerer Umweltschutz. 34 Prozent glauben, dass er die wichtigste Aufgabe der Weltgesellschaft in den nächsten zehn Jahren sein wird. Erst dahinter folgt die Stabilisierung der Wirtschaft mit 29 Prozent. Zwar ist sich ein Großteil der Befragten sicher, dass sich die angespannte wirtschaftliche Lage bessern wird, dennoch erwarten 60 Prozent, in den folgenden Jahren mit finanziellen Problemen zu kämpfen.

Weniger sind glücklich

Die Corona-Pandemie hat den digitalen Wandel beschleunigt. Online Kommunikation ist wichtiger geworden denn je und trägt gerade in Zeiten der Kontaktbeschränkung einen wesentlichen Teil zur Aufrechterhaltung von Freundschaften und Beziehungen bei. So wird es auch in den nächsten Jahren bleiben, meinen 61 Prozent. Persönliche Treffen werden dennoch einen hohen Stellenwert behalten, schätzen 84 Prozent.

Ganz eindeutig haben die Ereignisse 2020 sowie die Erwartungen an die Zukunft den mentalen Zustand der Befragten beeinträchtigt. 46 Prozent geben an, gestresst zu sein, nur knapp über die Hälfte, noch glücklich zu sein. Mentale Gesundheit wird mehr und mehr zu einem großen Problem werden und sich zu einer Priorität für viele Menschen entwickeln, schätzt der Großteil.

Trotz aller Hürden gibt die Jugend ihre Hoffnung nicht auf: Mit rund 80 Prozent glaubt die überwiegende Mehrheit daran, dass ihre Generation das Potenzial hat, die Welt nachhaltig zu verbessern. Und, dass sie selbst daran beteiligt sein wird, eine gerechtere Gesellschaft herbeizuführen. Eine zentrale Rolle spielen werden auch Unternehmen, die gesellschaftlich relevante Themen wie soziale Gerechtigkeit in den kommenden Jahren stärker gewichten werden, schätzen und hoffen viele.


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