Montag, 08.02.2021

Ludwig van Beethoven künstlerisch geehrt

Auch ein modern-klassisches Beethoven-Medley gehört zum Repertoire des Kurses. Fotos: Dämgen

Goslar. Selbst in der Pandemie muss Unterricht nicht trocken und monoton sein. Das beweist derzeit der Musikkurs des 13. Jahrgangs am Christian-von-Dohm-Gymnasium. Anlässlich des 250. Geburtstages Ludwig van Beethovens im Dezember haben sich die Abiturienten spielerisch mit dem Werk und der Person des berühmten Komponisten auseinandergesetzt und dabei ganz eigene Kunstwerke erschaffen: Ein Spielfilm, ein Puppenspiel, ein interaktiver Rundgang, Beethoven-Trap-Remixe mit Lichtershow und ein modern-klassisches Medley sind die Produkte stundenlanger Mühe und Hingabe. Im Sommer hofft der Kurs, seine Projekte in einer unterhaltsamen offenen Veranstaltung zu präsentieren.

Viel Zeitaufwand

Ein Schnappschuss vom Set des Beethoven-Spielfilms. Foto: Privat

Wie zeitaufwendig es sein kann, ein künstlerisches Projekt zu verwirklichen, haben Björn Rutsch, Elena Eilers Segovia, Hannah Snelteng, Annika Bischoff und Anna-Lena Entorf am ersten Drehtag ihres Spielfilms deutlich zu spüren bekommen: Zweimal acht Stunden lang haben sie am ersten Drehort verbracht. Aus unterschiedlichen Perspektiven will die Gruppe die wichtigsten Etappen in Beethovens Leben beleuchten. Dazu wurden fleißig Dialoge geschrieben, Rollen eingeübt, Kameras aufgebaut und sogar Stimmen aufgewärmt: Auch Musicalelemente sollen in den Streifen mit einfließen. Eine Herausforderung für die Gruppe, gleichzeitig aber ein großer Spaß, wie Björn erzählt. Da mache es auch nicht so viel aus, sich beim Dreh voll reinzuhängen und zig Mal durch den Matsch laufen zu müssen, sagt Annika und lacht.

Viel zum Schmunzeln hatten auch Lina Schnur und Marie Schneider bei der Konzipierung ihres Beethoven-Puppenspiels. Sie untersuchen die politische Rolle des Komponisten in unterschiedlichen Epochen, auch nach seinem Ableben. Ein junger Ludwig mit Schleife, einer mit Heiligenschein und Engelsflügeln nach seinem Tod, der österreichische Fürst Metternich mit roter Schärpe und glänzender Anstecknadel und ein Beethoven, der aus der Gegenwart spricht – natürlich mit Mund-Nasen-Schutz – sind nur einige der kreativ geschmückten Puppen.

Die Idee, das Thema in eine kindliche Form der Darbietung zu verpacken, sei beim Brainstorming gekommen, erzählen die beiden. Auch Emma Noll, Musiklehrerin und Kursleiterin ist vom Konzept der Gruppe angetan. Es zeige, dass der Kurs mit einem zwinkernden Auge auf Beethovens Leben schaue. Schließlich solle die für den 26. Juni angesetzte offene Veranstaltung „bei allem intellektuellen Anspruch dennoch ein unterhaltsamer Abend werden“, sagt die Kursleiterin. Das Erleben der Projekte vor Ort viel schöner als das im Digitalen aus der Ferne. Ein Konzept, das insbesondere von der Interaktion lebt, ist das Kunstprojekt der „Emotions-Gruppe“, wie Elisa Heise ihr Projekt umschreibt. Um Besuchern das vielfältige Innenleben Beethovens näher zu bringen, planen sie und ihre Mitschülerinnen Shawny Streckenback und Carolin Muhl einen interaktiven Rundgang durch einen Unterrichtsraum mit Deko, Musik, Video und selbst gemalten Porträts des Komponisten. Am Ende des Rundgangs können die Besucher sogar selbst künstlerisch aktiv werden und das Bild, das sie danach von Beethoven haben, auf einer Leinwand verewigen.

Direktes Erleben

Das direkte Erleben ist letztlich auch elementar für die zwei musikalischen Projekte des Kurses. Michel Frankenfeld, Maximilian Teiwes und Tim Lisak haben der „Mondscheinsonate“, dem ersten Satz der weltberühmten „5. Symphonie“ sowie dem Klavierstück „Für Elise“ einen modernen Ansatz verliehen und sie zu Trap- und Deep House-Remixen verarbeitet. Eine Lichtshow soll ihre Beats gestalterisch untermalen.

Nach ersten, gescheiterten Versuchen in der Unterstufe eine eigene Band zu gründen, haben sich David Jankowski am Holzxylophon, Finn Theissing am Schlagzeug, Niels Albrecht mit der E-Gitarre sowie Georg Eisenhardt und Ari Sadoun am Keyboard zusammengetan, um ein eigenes Beethoven-Medley zu performen. Gemeinsam hat die Gruppe „Liebesstücke“ und „politische Werke“ Beethovens umarrangiert und die Klassik mit Hip-Hop („Still D.R.E.“ von den Rap-Ikonen „Dr. Dre“ und „Snoop Dogg“) und Rock („The House Of The Rising Sun“ von „The Animals“) verbunden.

Seit den Herbstferien üben die Schüler gemeinsam im gleichen Tempo zu denken und rhythmische Wechsel problemlos umzusetzen, erklärt Finn. Im Sommer möchten sie sehr gern vor Publikum spielen.


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