Kultureller Austausch bei Waldarbeiten

Die Jugendlichen arbeiten am Aufbau der Brücke (v.li.): Amelie Hornig, Ludovica Cecchin, Caterina Cimatti, Damien Thelohan, Jurena Dietze und Aurore Quemat.

Zusammen mit den Verantwortlichen und den Förstern arbeitet Amelie Hornig am Geländer der neuen Brücke am Grumbachertalweg. Fotos: Otte

Hahnenklee. Projekt der internationalen Gemeinschaftsdienste: Elf Teenager aus verschiedenen Ländern haben jetzt im Hahnenkleer Wald zusammengearbeitet und die Natur ein bisschen schöner gemacht.

Den ganzen Tag Waldluft schnuppern, die Sonne auf der Haut spüren und mit neuen Menschen aus anderen Ländern in Kontakt kommen. Für elf Teenager, die bei dem Projekt der internationalen Gemeinschaftsdienste mitmachen, ist das bis Donnerstag noch Alltag. Schon seit mehr als zwei Wochen arbeiten sie gemeinsam im Wald und in der Umgebung, um die Natur ein bisschen schöner und begehbarer zu machen.

Ganz nebenbei lernen sie dabei Menschen aus Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland kennen. Doch was genau steckt eigentlich hinter den internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten?

Jungen und Mädchen aus ganz Europa

Die Jungen und Mädchen aus ganz Europa verbringen drei Wochen ihrer Ferien damit, Wanderwege im Harz neu herzurichten sowie vieles über Nachhaltigkeit und Ökologie zu lernen. Im Rahmen eines Workcamps der internationalen Jugendgemeinschaftsdienste sind seit vorletzter Woche elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Forstämtern Seesen und Clausthal unterwegs.

Die Jugendlichen verbringen ihren Sommer in den Harzer Wäldern, um die freie Zeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen. Es sollen sowohl neue Erfahrungen gesammelt als auch neue Leute kennengelernt werden. Ziel des Programms ist es unterschiedliche Kulturkreise zusammen zu bringen und gemeinschaftlich an verschiedenen Projekten zu arbeiten.

Die internationalen Jugendgemeinschaftsdienste setzen sich bereits seit über 70 Jahren für Völkerverständigung, interkulturelles Lernen und die Förderung freiwilligen Engagements ein. Die Arbeit und das Projekt an sich sind sowohl politisch als auch konfessionell unabhängig. Das heißt, jeder ist herzlich willkommen mal etwas Neues zu probieren und mehr über sich selbst und die Natur zu lernen.

Das richtige Werkzeug und sichere Schutzkleidung sind bei Waldarbeiten sehr wichtig.

Entspannte und lustige Atmosphäre

Untergebracht sind die Teilnehmer alle zusammen in dem Wanderheim des Harzklubs in Wildemann. Drei Wochen lang sind sie Selbstversorger, kochen gemeinsam, spielen Spiele, machen Musik und singen. Auch wenn die Jugendlichen sich noch nicht lange kennen, herrscht eine sehr entspannte und lustige Atmosphäre. Der Betreuer des Workcamps, Silas Tepper, ist begeistert von der Gruppendynamik der Teilnehmer und sagt: „Besonders die Arbeit mit den Jugendlichen macht sehr viel Freude“.

Diese Freude ist auch in den Gesichtern der Jugendlichen deutlich erkennbar. Die 16-jährige Amelie Hornig aus Baden Württemberg ist sehr glücklich darüber, etwas Sinnvolles in den Ferien machen zu dürfen und schwärmt: „Die Förster bringen uns soviel bei und man merkt, dass sie ihren Job lieben. Das motiviert uns auch noch mal.“ Aber auch das direkte Feedback von Wanderern gibt den Jugendlichen das Gefühl den Harz ein kleines Stück besser gemacht zu haben.

Die 16-jährige Caterina Cimatti aus Italien ist sehr kontaktfreudig und unterhält mit ihrer lauten, offenen Art die ganze Gruppe. Für sie ist so ein Workcamp genau das Richtige, da sie sehr gerne ihre Zeit in der Natur verbringt und sagt: „Mir gefällt es sehr gut mit anderen Menschen zu arbeiten“.

Projekt Brückenbau

Bei ihrem jüngsten Projekt haben die Jugendlichen eine Brücke über einen kleinen Bach gebaut. Zusammen mit den Helfern des Forstamtes haben sie es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die Wanderwege für Einheimische und Touristen begehbarer zu machen. Beim Grumbachertalweg in Hahnenklee ist die von den Jugendlichen gebaute Brücke bereit zum Bestaunen und natürlich auch begehfertig.

Durch Vorher–Nachher–Bilder können die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im direkten Vergleich sehen was sie innerhalb eines Tages oder manchmal auch nur in einigen Stunden bewirkt haben. Das motiviert noch mal zusätzlich, sich die Hände schmutzig zu machen und den Tag in der Natur zu verbringen.

Aber nicht nur handwerkliches Geschick wird ihnen beigebraucht, sie lernen auch Biotope zu pflegen, Holzgatter gegen Wildverbiss zu reparieren und junge Weißtannen zu pflegen.

Nicht allein nachhaltige Forstwirtschaft und Naturschutzaufgaben stehen bei dem Workcamp im Vordergrund. Besonders wichtig ist der internationalen Jugendgemeinschaftsdienste der kulturelle Austausch, und das gemeinschaftliche Arbeiten und Leben.

Kulturen kennenlernen

Durch die Pandemie sind dieses Jahr „nur“ europäische Teilnehmer vertreten, doch es gab auch schon Besucher aus der Türkei, China oder Asien. Natürlich sind auch Jugendliche aus der Region herzlich dazu eingeladen sich für dieses Projekt zu bewerben und ihre Heimat sowie die Natur und andere Kulturkreise besser kennenzulernen.

Entspannte Leute, die Natur direkt vor der Haustür, erfahrene Förster, die einem viel Beibringen können und unterschiedliche Kulturen so weit das Auge reicht. Seine Ferienzeit kann man kaum besser nutzen. Bis zum 26. August verbringen die Jugendlichen noch gemeinsam ihre Zeit, bevor sie sich vorerst vom Harz verabschieden müssen.


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