Montag, 22.02.2021

Homosexualität lässt sich nicht kündigen wie ein Netflix-Abo

Emma liebt Alyssa. Und Alyssa liebt Emma. Im aktuellen Jahrhundert nichts allzu Besonderes mehr, sollte man meinen. In der tiefsten Provinz des US-Bundesstaates Indiana aber doch. Wohl weißlich haben die beiden 17-Jährigen ihre Beziehung bisher geheim gehalten. Aber nun wollen sie sich einen Wunsch erfüllen und gemeinsam zum Abschlussball gehen. Allein schon die Anmeldung sorgt allerdings für einen solchen Skandal, dass der ganze Ball abgesagt werden soll. Allen voran Alyssas Mutter, streng gläubig und erzkonservativ, steigt auf die Barrikaden. Ein Bericht in der Lokalzeitung über das Ganze ruft zufällig zwei Broadway-Stars auf den Plan. Sie wollen helfen, sich für gleichgeschlechtliche Liebe einsetzen – verursachen aber noch mehr Aufruhr. Ob Emma und Alyssa dieser eine Abend vergönnt sein wird? Ohne Versteckspiel, ohne Lügen, ohne mit ihren Gefühlen anderen wehzutun?

Emma liebt Alyssa. Und Alyssa liebt Emma. Im aktuellen Jahrhundert nichts allzu Besonderes mehr, sollte man meinen. In der tiefsten Provinz des US-Bundesstaates Indiana aber doch. Wohl weißlich haben die beiden 17-Jährigen ihre Beziehung bisher geheim gehalten. Aber nun wollen sie sich einen Wunsch erfüllen und gemeinsam zum Abschlussball gehen. Allein schon die Anmeldung sorgt allerdings für einen solchen Skandal, dass der ganze Ball abgesagt werden soll. Allen voran Alyssas Mutter, streng gläubig und erzkonservativ, steigt auf die Barrikaden. Ein Bericht in der Lokalzeitung über das Ganze ruft zufällig zwei Broadway-Stars auf den Plan. Sie wollen helfen, sich für gleichgeschlechtliche Liebe einsetzen – verursachen aber noch mehr Aufruhr. Ob Emma und Alyssa dieser eine Abend vergönnt sein wird? Ohne Versteckspiel, ohne Lügen, ohne mit ihren Gefühlen anderen wehzutun?

Witzig, wortgewandt: Saundra Mitchells pointierte Sprache macht extrem viel Spaß. Dialoge wie Emmas Outing bei ihrer Mutter sind urkomisch, wenn die Reaktion nicht so absurd und traurig wäre. „Ich mag sie einfach.“ „Nun, dann kannst du auch einfach damit aufhören“, zischt sie, als könnte ich meine Homosexualität kündigen wie ein Netflix-Abo. „Nicht in diesem Haus! Nicht unter meinem Dach!“

Ab und zu gerät die Autorin ins Schwafeln. So dauert es lange bis zum Finale, aber das Feuerwerk am Schluss lohnt den Weg. In den USA war „The Prom“ sogar als Musical und Spielfilm zu sehen. Aber auch hier bei uns in Deutschland ist es leider noch nicht überall selbstverständlich, dass Mädchen Mädchen lieben dürfen und Jungs Jungs. Dabei will diese Geschichte helfen. Lesen lohnt sich! mak

„The Prom“ von Saundra Mitchell, 288 Seiten, ab 14 Jahre, Verlag: heyne›fliegt, 12 Euro (Taschenbuch).


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