Sonntag, 10.10.2021, 09:00 Uhr

Gruppencoaching für Jugendliche in der BBS Baßgeige

Die Schülerinnen und Schüler sprinten zu den nur wenigen Plätzen des ersten Gruppencoachings. Fotos: Otte

Schulstress, Konfilkte, Zukunftsangst - Themen, die Jugendliche beschäfitgen, aber über die sie nicht immer sprechen. Das Gruppencoaching an der BBS Baßgeige soll ihnen einen Rahmen bieten, bei dem sie vertrauensvoll über Probleme sprechen und sich miteiander austauschen können.

Goslar. Die Zeit der kompletten sozialen Isolation ist vorbei, doch manche Probleme und Sorgen bleiben. Ob Stress in der Schule, Konflikte zu Hause oder die Angst davor, was die Zukunft mit sich bringt. All das sind Themen mit denen sich Jugendliche beschäftigen, jedoch oft nicht drüber sprechen. Das soll sich durch ein Gruppencoaching, geleitet von dem Lehrer und Coach Manfred Hübner, nun aber ändern. Er möchte einen Ort schaffen, an den Jugendliche ganz offen über ihre Probleme sprechen und sich untereinander austauschen können. Das Projekt steht unter dem Motto: „Wer bin ich? Was will ich? Let‘s Grow!“

Das Konzept

Raus aus der sozialen Isolation, rein in ein Leben, in dem sich niemand für seinen Probleme oder Krisen schämen muss. Durch das Gruppencoaching soll für die Jugendlichen ein sicherer Raum geschaffen werden in dem sie ungestört miteinander sprechen können. Über individuelle Probleme mit Gleichgesinnten zu sprechen, schafft laut Hübner Zusammenhalt und sorgt für emotionale Entlastung bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Bei einem Austausch dieser Art kommen oft Gemeinsamkeiten unter den Jugendlichen ans Licht, über die dann gesprochen wird, und gemeinsam kann eine Lösung gefunden werden. Auch der Schritt, seine Gefühle zu offenbaren, ist in einer Gruppe einfacher, sagt der Leiter der geplanten Treffen. Falls Einzelgespräche jedoch erforderlich oder gewünscht sind, können diese auch erhalten werden.

Um der Gruppe zu helfen, sich zu öffnen, bedient sich Hübner während des Coachings einiger Hilfsmittel. Skulpturen, Mini-Darbietungen oder auch einige Spiele sollen manche Situationen oder Probleme greifbarer machen. Auch eine Art Trance, die an eine Traumreise erinnert, wird Teil des Coachings sein. Diese dient dazu, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vollkommen entspannen und fallen lassen können. Laut Hübner soll sich jeder Jugendliche in der Gruppe wohl, sicher und gut aufgehoben fühlen. Um diese Gefühle zu unterstützen, ist die Trance ein wichtiger Bestandteil. Die Leiterin der Kreisvolkshochschule, Eva Schulte, sagt, dass es ein solches Angebot im Raum Goslar bisher noch nicht gibt. Sie hält es für eine große Chance, die den Jugendlichen bereitgestellt wird.

Meinungen zum Projekt

Beim Gespräch mit einer 12. Klasse der berufsbildenden Schule wird schnell klar, dass das, Projekt bei den Jugendlichen sehr gut ankommt. Einige Schülerinnen und Schüler berichten davon, dass seit der Pandemie mehr Redebedarf als zuvor vorhanden ist. Die Idee, dass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin offen in der Gruppe sprechen darf, finden sie sehr gut, da sie sich vorstellen können, dass eine Gruppe durch solche Erfahrung eng zusammenwachsen kann.

Die 23-Jährige Rebecca Liebke ist der Meinung, dass Jugendliche, die sich privat vielleicht noch nicht kennen, sich besonders gut austauschen können, da keinerlei Vorkenntnisse über die jeweils andere Person vorhanden sind. Liebke sagt: „Es kann helfen, mit Menschen zu sprechen, die einen nicht kennen und unvoreingenommen an die Probleme der anderen herangehen.“

Der Gruppencoach

Das Gruppencoaching wird Hübner leiten. Hierbei ist wichtig, dass er einzig und allein die Rolle eines Coachs einnehmen wird. Die Gruppe kann sich untereinander austauschen und er sorgt dafür, dass sich jeder wohlfühlt, und gibt einige Anstöße, um ein Gespräch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ermöglichen. Vergleichbar mit einer Therapie ist dieses Projekt jedoch nicht. Hübner betont: „Es wird nur ein Coaching sein.“

Er war lange der Schulleiter des Beruflichen Gymnasiums und begeisterter Lehrer. Des Weiteren hat er ein abgeschlossenes Studium in Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Psychologie. Auch zahlreiche Fortbildungen zum Thema Coaching hat Hübner in den vergangenen zehn Jahren absolviert. Daher hat er einiges an Hintergrundwissen und Erfahrung von dem die Jugendlichen profitieren können.

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