Freitag, 10.09.2021, 18:30 Uhr

Gegen Fake-News und Desinformation

Durch die Digitalisierung ist es sehr viel einfacher Lügen und Falschmeldungen zu verbreiten. Symbolfoto: Pixabay

In Zeiten von Corona, Verschwörungserzählungen und nach der Ära Donald Trumps, hat sich besonders ein Begriff in den Sprachgebrauch eingebürgert. Die Rede ist von sogenannten Fake News. Beim Verständnis von Fake News komme es auch auf den Kontext an. Das sagt Journalistin und Faktencheckerin Christina Helberg.

Sie erklärt, dass Fake News gezielt ausgedacht und als Lügen verbreitet werden. Populisten hingegen benutzen den Begriff Fake News laut Helberg, um bestimmte Fakten und Handlungen zu dementieren. Das beste Beispiel hierfür wäre laut der Faktencheckerin Donald Trump. Sie empfiehlt daher, bei Falschinformationen von Desinformation und nicht von Fake News zur sprechen.

Nutzer melden Fakes

Durch die Digitalisierung ist es viel einfacher geworden, falsche Informationen im Internet zu verbreiten. Auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram und Snapchat kann jeder ungeprüft Inhalte teilen. Um Falschmeldungen zu stoppen, gibt es sogenannte Faktenchecks.

Die gemeinnützige und unabhängige Redaktion Correctiv beschäftigt sich mit der Richtigstellung von Falschmeldungen. Auch die Tagesschau hat einen eigenen Faktencheck, den sogenannten Faktenfinder und der bayerische Rundfunk nutzt den Faktenfuchs.

Das Bild zeigt das Elendsviertel Stolopinovo in Plowdiw in Bulgarien. Foto: Peter Bandermann/Ruhr Nachrichten

Wenn Menschen Falschmeldungen konsumieren, sollen sie durch die Faktenchecks aufgeklärt werden, sagt Helberg. Sie sieht dabei jedoch ein Problem, denn die korrigierten Artikel erreichen die Menschen oft nicht. Bei dieser Problematik könnten die großen Plattformen wie Google, Facebook und Co. wieder ins Spiel kommen. Laut der Faktencheckerin werden gezielt diese Plattformen genutzt, um Falschmeldungen zu verbreiten. Die Plattformen arbeiten daran, Falschmeldungen zu prüfen, als solche zu kennzeichnen und richtig zu stellen.

Google zeigt geprüfte Meldungen automatisch ganz oben in der Suchzeile an. Facebook markiert Beiträge als falsch und stellt die korrigierte Version direkt mit zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist, dass eine Meldung als falsch erkannt, geprüft und richtiggestellt wurde.

Internetnutzer können potenzielle Fake News melden. Dies ist bei der heutigen Flut an Informationen aber gar nicht so einfach. Helberg sagt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) besonders seit beginn der Pandemie von einer „Infodemie“ spricht. Falsches Gedankengut könne einfach ins Internet gestellt werden. Dazu würden Fake-News-Verbreiter auch mit Bildern arbeiten, die aus dem eigentlichen Zusammenhang gerissen worden sind.

So breiten sich Tausende von Falschinformationen im Internet aus. Journalistin Hellberg sagt, dass Leute oft an Fake News geraten, weil sie die Quelle nicht prüfen. Die Seite oder der Autor einer Nachricht könne aber viel darüber aussagen, ob die Informationen wirklich glaubhaft sei. Auch den Schritt, Meldungen oder Nachrichten auf deren Wahrheitsgehalt zu prüfen, machen laut Helberg nur wenige Konsumenten im Netz.

Faktenchecks für alle

Christina Helberg stellt einige Möglichkeiten vor, wie zu Hause geprüft werden kann, ob Bilder oder Texte aus einer seriösen Quelle stammen und inhaltlich richtig sind: Um Bilder auf deren Wahrheitsgehalt und den richtigen Kontext zu prüfen, gibt es beispielsweise die Möglichkeit, die Google-Bildersuche zu nutzen. Dabei prüft die Plattform, ob das Bild signifikant bearbeitet und in welchem Kontext es veröffentlicht wurde. Helberg nennt ein Beispiel. Ein Bild des Elendsviertels in Bulgarien wurde in einem neuen Kontext veröffentlicht: Das Bild sei in Dortmund in der Nordstadt aufgenommen. Die Journalistin überprüfte die Aufnahme.

Wird die URL oder das Foto bei Google hochgeladen, machen Faktencheckseiten, in diesem Fall Mimikama, darauf aufmerksam, dass Text und Bild nicht übereinstimmen. Zur Textprüfung können Schlagworte bei Google eingegeben werden. Sollten bereits Faktenchecks zur Suche existieren, werden diese angezeigt.

Mehr Tipps zum Fakten checken gibt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung unter: https://bit.ly/3z0Ae35


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