Freitag, 19.03.2021, 16:00 Uhr

„Fridays for Future“ fordert Klimaschutz ein

Antonia Dräger und Philipp Rost übergeben den Forderungskatalog von „Fridays for Future“ Goslar an den Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. Foto: Bargmann

Goslar. „Wir können den Klimawandel nicht stoppen, aber wie können ihn verlangsamen. Das ist unser Ziel“. Mit diesen Worten überreichten Philipp Rost und Antonia Dräger am Freitag Mittag den Forderungskatalog der „Fridays for Future“-Ortsgruppe Goslar. Entgegengenommen wurde der Katalog von dem Goslarer Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk.

Dass der Forderungskatalog ausgerechnet gestern, am 19. März, übergeben wurde, ist kein Zufall. Denn die „Fridays for Future“-Bewegung rief an diesem Tag wieder zu einem internationalen Klimastreik auf. Aufgrund der schwierigen Corona-Lage haben sich die Goslarer Klimaaktivisten entschieden, statt eines Streiks ihre Forderungen an die Politik zu übergeben. Neben dem Oberbürgermeister haben auch alle Ratsmitglieder der Stadt Goslar den Katalog per Mail erhalten.

Nun hoffen Rost und Dräger, dass der Inhalt in der Politik „ankommt und ernst genommen wird“. „Wir hoffen, dass es nicht nur heißt, wie toll es ist, dass sich junge Leute engagieren, sondern dass wirklich was passiert“, sagt Dräger. Oberbürgermeister Junk zeigte sich bei der Übergabe sehr interessiert. Er lobte das politische Engagement der jungen Leute, stelle gleich zu Beginn klar: „Ich lehne es ab zu sagen, dass der Klimawandel zu global ist, als das wir da etwas tun könnten. Jede Stadt und jede Kommune muss sich vor Ort darum kümmern.“

Genau evaluieren

Vier Wochen lang haben Mitglieder der lokalen „Fridays for Future“-Bewegung an dem Forderungskatalog gearbeitet, in dem neben den Forderungen an die Politik auch konkrete Maßnahmenvorschläge stehen, wie die Forderungen eingehalten werden können. Dafür haben sie Gespräche mit verschiedenen Experten und Expertinnen geführt, beispielsweise aus der Landwirtschaft oder von der Energie Ressourcen Agentur. Zusätzlich wurden einige Forderungen aus dem Bundesforderungskatalog der „Fridays for Future“-Bewegung oder von benachbarten Ortsgruppen übernommen. Dabei wurde in dem Katalog einzeln auf die verschiedensten Bereiche wie Wirtschaft, Bildung, Verkehr oder auch Ernährung eingegangen. Das sei eine bewusste Entscheidung gewesen, da Goslar in manchen Bereichen weiter sei, als in anderen, sagt Rost. „Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, jeder Bereich muss einzeln betrachtet werden.“

Eine der Hauptforderungen des Kataloges ist die Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels und des Pariser Klimaabkommens. Aber auch praktische Vorschläge, wie die Einrichtung eines Klimabüros oder eine freiwillige Klimacharta für Unternehmen stehen darin. Die Aktivisten wünschen sich, dass die Politiker in Goslar nun genau evaluieren, welche Forderungen es gibt und was davon bereits erreicht ist. Dann sollen sie schauen, was noch passieren muss, um mehr Forderungen umzusetzen. Junk sagte dies zu und bat, weiterhin in Kontakt und Austausch zu bleiben. Gleichzeitig forderte er die beiden Vertreter von der Bewegung und junge Menschen im Allgemeinen auf, sich in der lokalen Politik einzubringen und mitzugestalten, beispielsweise bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr.

Forderungskatalog "Fridays for Future"-Goslar


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