Nach dem Abitur 2021
Sonntag, 19.06.2022 , 08:30 Uhr

Felice (20) berichtet über ihren Freiwilligendienst an der BBS

Die 20-Jährige Felice Dröttboom hat sich dazu entschieden, nach ihrem Abitur einen Bundesfreiwilligendienst zu machen. Sie erzählt, warum ihr die Arbeit neue Möglichkeiten eröffnet und sie für die kommende Zeit stärkt.

Felice Dröttboom unterstützt die Lehrerinnen und Lehrer bei der Vorbereitung des Unterrichts. Fotos: Privat

Goslar. Die ehemalige Schülerin der BBS Goslar-Baßgeige/Seesen Felice Dröttboom hat 2021 ihr Abitur gemacht. Um sich ausreichend über mögliche Studiengänge und Ausbildungsangebote zu informieren, hat sie beschlossen, nach der Schule erst mal ein Orientierungsjahr einzulegen. So kann sie ihren Tag sinnvoll nutzen und hat dennoch genug Zeit, sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen. Daher macht die 20-Jährige einen Bundesfreiwilligendienst an ihrer ehemaligen Schule.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich erst kürzlich dafür ausgesprochen, wieder einen Pflichtdienst für Jugendliche ins Leben rufen zu wollen. Ein Bundesfreiwilligendienst (BFD) würde dazu zählen.

Was ist ein BFD?

Laut des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ist ein BFD ein Angebot für jeden, der sich ehrenamtlich in der Gesellschaft engagieren möchte. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig. Von sozialen, ökologischen, kulturellen bis sportlichen Bereichen ist alles mit dabei. Auch kann man sich zum Thema Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz engagieren.

Ziel des BFD ist es, dass sich so viele Menschen wie möglich sozial engagieren und „eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland zu schaffen.“ Außerdem sollen teilweise die Stellen kompensiert werden, die seit der Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes unbesetzt sind.

Die einzige Voraussetzung, um ein BFD machen zu können, ist, die Vollzeitschulpflicht erfüllt zuhaben. Außerdem müssen die Freiwilligen in den meisten Bundesländern mindestens 16 Jahre alt sein, in manchen kann es auch schon ab15 losgehen – je nach Bundesland und Bereich, in dem sich engagiert wird. Eine Altersgrenze nach oben gibt es laut des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben nicht. Damit andere Schülerinnen und Schüler auf die Möglichkeit eines Bundesfreiwilligendienstes aufmerksam werden und um sie dafür zu begeistern, erzählt Felice Dröttboom aus Clausthal von ihrer Zeit als Freiwillige in der BBS Baßgeige: „Ich hätte mir gewünscht, von vornherein zu wissen, was ein BFD wirklich ist und was für Möglichkeiten sich dadurch eröffnen.“

Seminare für Bufdis

Während des Bundesfreiwilligendienstes gibt es laut Dröttboom insgesamt fünf Seminare in Bildungszentren. Diese dienen dazu, dass die verschiedenen Freiwilligen, auch Bufdis genannt, in Kontakt kommen. „Das kann man sich ungefähr vorstellen wie eine Klassenfahrt,“ so die 20-Jährige.

Neben dem Kennenlernen sollen sich die Bufdis auch über gesellschaftskritische Themen austauschen und eventuell Verbesserungsvorschläge finden: „In dem letzten Seminar haben wir uns zum Beispiel mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beschäftigt und damit, wie wir gezielt gegen diese Art der Diskriminierung vorgehen können.“

Erst Abitur, dann BFD – beides hat Felice Dröttboom an der BBS Baßgeige gemacht.

Konkrete Aufgaben

Felice Dröttboom hat in der BBS Baßgeige nicht nur ihr Abitur gemacht, sie macht auch ihren Bundesfreiwilligendienst in der Schule. Ihr war es wichtig, auch die andere Seite kennenzulernen. Unterricht vorbereiten, den Schülerinnen und Schülern bei Aufgaben helfen und die verschiedenen Schulformen kennenlernen. „Meine erste Stunde hatte ich in der Fachschule Sozialpädagogik zum Thema Medienkompetenz. Die Schüler sollten ein digitales 3D-Modell erstellen und erklären, wie man das genutzte Programm mit verschiedenen Altersgruppen pädagogisch verwenden kann. Eine andere Stunde habe ich für das berufliche Gymnasium vorbereitet.“ Neben der Planung einiger Unterrichtsstunden hat die20-Jährige die Lehrer auch bei der Verwirklichung verschiedener Projekte unterstützt.

Außerdem fährt Dröttboom einmal die Woche nach Seesen. Dort arbeitet sie mit Schülerinnen und Schülern des Berufsbildungsbereichs der Lebenshilfe-Probsteiburg: „Zurzeit sind wir dabei, einen spielbaren Escape-Room zu konzipieren, indem wir Rätsel erarbeiten und zu einem Konzept zusammenführen,“ sagt sie. Auch einen Blick hinter die Kulissen des Sekretariats durfte die Clausthalerin werfen. Sie war überrascht zu sehen, wie viel Arbeit es im Hintergrund gibt.

Das Fazit

Felice Dröttboom ist froh, den Bundesfreiwilligendienst an der berufsbildenden Schule machen zu dürfen. Ihr ist bereits klar geworden, welche Aufgabenbereiche ihr besonders gut liegen, wo sie Hilfe braucht und was sie besonders interessiert. Während ihres Abschlussjahres hätte sie sich über diese Dinge keine Gedanken machen können. „Ich konnte viel Zeit dafür nutzen, mich außerhalb der Schule weiterzuentwickeln, und ich hatte noch nie so viele Perspektiven wie jetzt, wenn ich an die Zukunft denke.“ Für ihren weiteren Werdegang hat die 20-Jährige schon einen Plan geschmiedet. Ihr Bundesfreiwilligendienst geht am 31. Juni zu Ende. Danach möchte sie eine Ausbildung als Mediengestalterin, Digital und Print in Potsdam machen.


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