Sonntag, 03.10.2021, 07:00 Uhr

Dreijähriges Stipendium für Jugendliche

Die START-Stiftung unterstützt Schülerinnen und Schüler mit einer Einwanderungsgeschichte aus ganz Deutschland. Screenshot: START-Stiftung

Der Zusammenhalt zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist sehr wichtig. Screenshot: START-Stiftung

Das Begrüßungsvideo des neuen Stipendienjahrgangs kann auf dem YouTube-Kanal der Stiftung angesehen werden. Foto: START-Stiftung

Die START-Stiftung hat zehn Jugendliche aus Niedersachen für das Bildungs- und Engagementstipendium ausgewählt. Bereits seit 15 Jahren fördert die Stiftung Schülerinnen und Schüler mit einer Einwanderungsgeschichte. Jeder Bewerber und jede Bewerberin bekommt die Chance auf ein dreijähriges Bildungsstipendium. Laut der START-Stiftung sind die schulischen Leistungen für ein Stipendium nicht entscheidend. Es geht ihnen um die Persönlichkeit, Werte und die Haltung.

Das Programm

189 Jugendliche sind Teil des neuen Stipendienjahrgangs und bekommen die Möglichkeit, an einem intensiven Bildungs- und Engagementprogramm teilzunehmen. Dies beinhaltet Workshops, Akademien, Ausflüge, erlebnispädagogische Angebote und einen digitalen Campus. All das begleitet die Jugendlichen bis zu ihrem Schulabschluss. Während des dreijährigen Programms soll jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein gemeinnütziges Projekt entwickeln. Das Ziel des Programms ist es, alle Stipendiaten und Stipendiatinnen auf ihrem Weg zu stärken und zu ermutigen. Die Einwanderungsgeschichte der Jugendlichen sieht die START-Stiftung dabei als wertvolle Ressource für eine lebendige Demokratie. Die 16-jährige Schülerin Danijela ist eine Neu-Stipendiatin und sagt: „Ein START-Stipendium zu haben bedeutet für mich viele offene Türen zu unvergesslichen Erlebnissen, bereichernden Erfahrungen und neue Entdeckungen. Das ist eine einzigartige Chance, sich weiterzuentwickeln, viele motivierte Menschen kennenzulernen und gemeinsam zur Verbesserung unserer Gesellschaft durch interkulturellen Dialog beizutragen. Ich bin mir sicher, dass ich in den kommenden drei Jahren meinen Horizont erweitern, viel Neues dazu lernen und jede Menge Spaß haben werde!“

Bewerbung

Um sich für ein Stipendium bei der START-Stiftung bewerben zu können, ist es Voraussetzung, entweder selbst nach Deutschland eingewandert oder das Kind eines eingewanderten Elternteils zu sein. Außerdem betont die Stiftung, dass jeder Bewerber und jede Bewerberin neugierig und aufgeschlossen sein sollte.

Die Jugendlichen müssen mindestens 14-Jahre alt sein, die neunte oder eine höhere Klasse besuchen und noch drei Jahre Schule vor sich haben. Das nächste Stipendienjahr beginnt im Frühjahr 2022. Bewerbungen für ein Stipendium sind ausschließlich online möglich, unter: www.start-bewerbung.de. Dafür sind einige Schritte zu beachten. Zu Beginn muss sich auf der Internetseite der START-Stiftung registriert werden. Eine Registrierung ist ab dem 1. Februar möglich. Danach können sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit eigenen Zugangsdaten einloggen und bewerben. Bewerberinnen und Bewerber müssen etwas über sich selbst, ihre Motivation und ihre Lebenssituation preisgeben. Dazu gibt es einen Fragebogen, in dem alle Jugendlichen über ihre Persönlichkeit berichten. Zudem ist es wichtig, ein Empfehlungsschreiben mit einzureichen. Dies kann von Lehrenden, Leitenden einer Jugendorganisation oder auch vom Trainer oder Trainerin eines Sportvereins verfasst werden. Auch das letzte Zeugnis muss Bestandteil der Bewerbungsunterlagen sein. Das Besondere hierbei ist, dass dies nur als Nachweis gilt, dass alle Bewerberinnen und Bewerber noch zur Schule gehen. Die Noten haben laut der START-Stiftung keinerlei Einfluss auf das Auswahlverfahren.

Erfahrung und Pläne

Aktuell sind 672 Jugendliche Teil der Bildungs- und Engagementförderung. Davon kommen 41 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Niedersachen. Mehr als 50 verschiedene Nationen sind vertreten.

Die 17-jährige Schülerin Emilia Feller besucht derzeit die 11. Klasse eines Gymnasiums in Melle (Landkreis Osnabrück) und ist eine der diesjährigen Stipendiatinnen. Sie ist in Kaliningrad (Russland) geboren. Die Schülerin erzählt, dass sowohl ihr Urgroßvater als auch andere Vorfahren Deutsche waren, und sie deshalb mit ihrer Familie als Spätaussiedlerin nach Deutschland zurückkommen durfte. Feller ist vor rund vier Jahren nach Deutschland gekommen – zu diesem Zeitpunkt war sie fast 13 Jahre alt. Die jetzt 17-Jährige setzt ganz konkrete Hoffnungen in das Stipendium: „Ich hoffe, dass ich durch das Stipendium viele interessante Menschen kennenlerne. Ich möchte Menschen finden, die meine Interessen teilen, aber auch andere Meinungen, Kulturen und Interessenfelder kennenlernen. Ich glaube, es ist sehr interessant, sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten anzuschauen und immer wieder etwas Neues dazuzulernen. Ich würde auch gerne meine Fähigkeiten erweitern und lernen, sich neuen Herausforderungen zu stellen.“

Auch Pläne für die Zukunft hat Feller bereits geschmiedet und hofft diese mithilfe der Förderung des START-Stipendiums in die Tat umzusetzen: „Da ich mich sehr für MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik Anm.d.Red) interessiere, gut in der Schule bin und es liebe, Roboter zu entwickeln und zu programmieren, möchte ich gerne zuerst studieren gehen. Beim Studienfach bin ich mir noch nicht sicher, aber wahrscheinlich etwas mit Robotic. Ich würde auch gerne einen Master und Doktor machen, falls es sich ergibt. Als mögliche Berufswege überlege ich zurzeit, eine akademische Laufbahn zu nehmen oder eine Robotic- oder Forschungs- und Entwicklungsingenieurin zu werden.“


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