Dienstag, 28.12.2021, 11:00 Uhr

Der Junge-Szene-Jahresrückblick

Die Junge Szene zieht Bilanz und fasst Themen, die die Jugendlichen besonders beschäftigen, noch einmal zusammen. Foto: Otte

Das Jahr 2021 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Der Heilige Abend liegt bereits hinter uns und in drei Tagen dürfen wir uns von diesem turbulenten und nicht ganz einfachen Jahr verabschieden. Die Junge Szene blickt auf die vergangenen Monate zurück.

Auch diesen Winter hat uns die Pandemie fest im Griff. Homeschooling, Onlinesemester und Homeoffice war für viele Alltag. Jedoch gab es zwischenzeitlich auch einige Lichtblicke für Schülerinnen und Schüler sowie Studenten. Die Universitäten und Schulen öffneten ihre Türen und der Präsenzunterricht war, wenn auch nicht für allzu lange Zeit, wieder möglich.

Diplompsychologin Claudia Brümmer hat im Interview Tipps und Tricks offenbart, wie man in dieser Zeit positiv und motiviert bleiben kann.

Jugendliche haben bereits im Februar ihre Wünsche für die Zeit nach der Pandemie geäußert und diese beschäftigen sich nicht nur mit Gemeinsam-Feiern, Urlauben und Partys. Denn das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt hat auch in diesem Jahr eine große Rolle in dem Leben vieler Jugendlichen gespielt – und tut es noch immer.

Die Junge Szene hat die Themen, die die Jugendlichen dieses Jahr beschäftigt haben in einem Jahresrückblick noch einmal zusammengefasst.

Wünsche der Jugend

Im Februar wurden Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende gefragt, was sie sich für die Zeit nach der Pandemie wünschen.

Die Wünsche sind eindeutig: Sie können es kaum abwarten, sich wieder in großen Freundesgruppen zu treffen, und gemeinsam Zeit zu verbringen. Ari Sadoun hat zu dieser Zeit Abitur gemacht, er sagt: „Ich freue mich auf Partys und Treffen in größeren Gruppen.“

Die fehlende Planungssicherheit hat den Schülerinnen und Schülern ganz schön zugesetzt. Niemand weiß so recht, wie es weiter geht. Die damalige Abiturientin am Christian-von-Dohm Gymnasium Marie Schneider möchte ein freiwilliges soziales Jahr machen, jedoch konnte im Februar niemand so recht sagen, ob das ein realistischer Wunsch für die Zeit während Corona ist. Ein erneuter Winter mit Kontaktbeschränkungen liegt vor den Jugendlichen. Die Möglichkeiten raus zu gehen und Spaß zu haben sind noch immer begrenzt. Clubs und Kneipen unterliegen der Verordnung der Winterruhe und auch auf große Silvesterpartys muss verzichtet werden.

Es sind aber nicht nur die sozialen Kontakte, die den Jugendlichen aus Goslar am Herzen liegen. Nachhaltigkeit, Umwelt und Fridays for Future sind Themen, die auch dieses Jahr bei den Jugendlichen sehr hoch im Kurs stehen. Annika Bischoff, ebenfalls damalige Abiturientin am Christian-von-Dohm Gymnasium, sagt: „Ich wünsche mir, dass die Natur und das Klima nach der Pandemie nicht gleich wieder durch das normalisierte Leben zerstört werden.“

Endlich wieder Präsenz

Zu Beginn des Wintersemesters stehen die Sterne für Studierende sehr gut. Die Türen der Universitäten und Hochschulen haben geöffnet und die Onlinevorlesungen sind eingeschränkt. Dies ist allerdings nur für eine kurze Zeit Realität. Die Studentin Swantje Armbrecht (TU) studiert im dritten Semester und hat bis vor Kurzem noch keinen Präsenzunterricht gehabt.

Am meisten freut sie sich darauf, endlich in einem Hörsaal zu sitzen und ihre Kommilitonen kennenzulernen. Die Motivation und Kommunikation zwischen Lehrkräften sowie zwischen den Kommilitonen hat die Studentin vor Probleme gestellt. Zwar kennt die Studentin den Online-Alltag schon aus ihrer Zeit während des Abiturs, jedoch ist es kein Vergleich, vor Ort zu lernen und das „richtige“ Unileben kennenzulernen. Daher hat die Studentin auch keine Angst, dass die Vorlesungen, im Seminarraum oder einem Hörsaal, vielleicht etwas anstrengender sein könnten, denn „die Vorfreude auf ein normales Sozialleben und die Lehre in Präsenz werden glaube ich zu Beginn alle Anstrengungen wettmachen“, so Armbrecht.

Die nächste Chance auf ein Präsenzsemester haben Studentinnen und Studenten wahrscheinlich erst im Sommer.

Für die Umwelt

Am meisten freuen sich die Jugendlichen auf Normalität im Alltag, in der Schule und im Studium. Fotos: Unsplash

Die Klimakrise schreitet immer weiter voran und besonders die jüngere Generation ist fest entschlossen, etwas dagegen zu tun.

Dabei hat ein nachhaltiges Leben nicht unbedingt etwas mit Aufwand oder Verzicht zu tun. Bereits ein paar wenige Umstellungen können dabei helfen, die Umwelt und das Klima zu schützen. Ob Putzmittel mit einigen Haushaltsutensilien selbst gemacht werden, Second-Hand statt neu eingekauft wird oder Fleischersatzprodukte gekauft werden – all das sind kleine Maßnahmen, die auf Dauer und in der Masse etwas bringen.

Die Klimakrise wurde von Menschen verursacht und nur Menschen können etwas dagegen tun. Das Deutsche Klimakonsortium sagt dazu: „Ohne die menschliche Aktivität, insbesondere die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, lassen sich die beobachteten Veränderungen im Klimasystem nicht erklären.“

Depression durch Corona

Die anhaltende Coronalage geht an den Gemütern und der psychischen Verfassung der Jugendlichen nicht spurlos vorbei.

Die Junge Szene hat mit der Diplompsychologin Claudia Brümmer über Onlineunterricht und die Auswirkungen der Pandemie gesprochen. Durch die soziale Isolation und die Einschränkungen, die sich keiner selbst ausgesucht hat, kann es sein, dass es „bei dem einen oder anderen auch langfristig zu psychischen Problemen, wie zum Beispiel Depressionen, Angstzuständen oder auch psychosomatische Reaktionen kommt.“

Um motiviert zu bleiben und die Stimmung trotz der derzeitigen Coronasituation zu heben, verrät Brümmer einige Tipps und Tricks. Besonders wichtig ist es, in diesen Zeiten zu schauen, was man alles hat, und sich nicht daran aufzuhängen, was einem fehlt. Auch ein geregelter Tagesablauf ist wichtig. Trotz Homeoffice sollte es gesetzte Zeiten geben, wann aufgestanden, gegessen, Mittagspause und Feierabend gemacht wird.

Einen besonderen Motivationskick könnte es geben, wenn schon Pläne für das neue Jahr geschmiedet werden.

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