Dienstag, 16.02.2021

Bildschirm aus, Kopf frei

Nach Angaben der BzgA hat die übermäßige Mediennutzung durch den Lockdown stark zugenommen. Fotos: Unsplash

Den Controller aus der Hand zu legen, kann so gut tun. Im Lockdown fällt das aber oft schwerer als sonst.

Die Scheinrealität von Instagram und Co. nimmt Nutzer oft schnell ein.

Eine Pandemie ohne Internet und Medien? „Um Himmels Willen, nein!“, mögen sich viele denken. Ob Streaming-Dienste, Computerspiele oder Instagram-Feeds: Digitale Angebote füllen zurzeit die Lücken, die Corona in unsere Freizeitbeschäftigung gerissen hat. Und ja, ohne Zoom-Konferenzen mit der Freundesgruppe würden sich viele Menschen gerade noch viel isolierter fühlen, als sie es ohnehin schon tun. Gerade in so einer digital-überfluteten Zeit ist es allerdings wichtig, das Smartphone, das Tablet oder den Spielcontroller auch mal häufiger beiseite zu legen. Für alle, die das befreiende Gefühl, das eine reduzierte Mediennutzung mit sich bringt, erleben wollen, geben die Junge Szene und das Lukas-Werk die passenden Tipps.

Eine Pandemie ohne Internet und Medien? „Um Himmels Willen, nein!“, mögen sich viele denken. Ob Streaming-Dienste, Computerspiele oder Instagram-Feeds: Digitale Angebote füllen zurzeit die Lücken, die Corona in unsere Freizeitbeschäftigung gerissen hat. Und ja, ohne Zoom-Konferenzen mit der Freundesgruppe würden sich viele Menschen gerade noch viel isolierter fühlen, als sie es ohnehin schon tun. Gerade in so einer digital-überfluteten Zeit ist es allerdings wichtig, das Smartphone, das Tablet oder den Spielcontroller auch mal häufiger beiseite zu legen. Für alle, die das befreiende Gefühl, das eine reduzierte Mediennutzung mit sich bringt, erleben wollen, geben die Junge Szene und das Lukas-Werk die passenden Tipps.

Überblick gewinnen

Der Weg zu einer ausgewogenen Mediennutzung beginnt bei der Reflexion des eigenen Verhaltens. Dabei helfen Apps, die Bildschirm- und Nutzungsdauer anzeigen. Viele Smartphones zeigen diese Werte auch in den Einstellungen an. Fehlt nur noch, die Nutzungsdauer von Spielekonsole, Computer und Co. auszuwerten. Den besten Überblick erhält man über eine Liste, die – ja, ganz oldschool – mit Stift und Block festgehalten wird. Merkt man, dass man zu viel Zeit vorm Bildschirm verbringt, sollte man zunächst klare Regeln aufstellen, die die Nutzung eingrenzen, anstatt einfach zu versuchen, „weniger online“ zu sein. Konkrete, messbare Vorsätze führen schneller zum Ziel als schwammig formulierte Vielleicht-Beschlüsse, gegen die man immer eine Ausrede findet.

Ruhezonen schaffen

Fast nichts lenkt mehr ab, als ein Smartphone, das im Home-Office oder Home-Schooling ständig aufblinkt und klingelt. Am besten das Gerät außer Sichtweite platzieren und lautlos schalten. Falls man es trotzdem nicht lassen kann, das Handy zwischendurch zu checken, kann es helfen, das Arbeitszimmer zumindest zeitweise zur handyfreien Zone zu erklären. Wer auf die Kommunikation übers Smartphone angewiesen ist, kann Benachrichtigungen für unnötige Apps stumm oder ganz ausschalten. Digitale Ruhezonen zu schaffen, die auch die Nutzung von Konsolen, Computern oder Fernsehgeräten in einem bestimmten Raum ausschließen, ist natürlich auch außerhalb des Home-Office sinnvoll. Die Zonen sollten möglichst mit positiven Assoziationen gefüllt werden. Durch hübsche Deko, Kerzenschein und angenehme Düfte ist die Medienauszeit dann Genuss anstatt mühsamer Verzicht.

Neue Aktivitäten entdecken

In einer Studie der Krankenkasse „DAK-Gesundheit“, die das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen 2020 beleuchtet, gaben knapp 90 Prozent der über 800 befragten 10- bis 18-Jährigen an, in der Corona Krise Medien aus Langeweile zu nutzen. Dabei gibt es so viele Dinge, mit denen man sich zu Hause auch analog beschäftigen kann. Man kann lernen zu häkeln oder zu stricken, Gesellschaftsspiele wiederentdecken, mal etwas basteln und verschenken, das eigene Zimmer umdekorieren, etwas ungewöhnliches Kochen oder auf dem Dachboden verstaubte Andenken hervorholen und in Erinnerung schwelgen. Listet man erst einmal solche Dinge auf, zeigt sich schnell, dass es da noch viel, viel mehr gibt.

„Unfollow-Challenge“

Alles, was wir auf Instagram und Co. sehen, beeinflusst uns. Beim täglichen Scrollen durch die Timeline sehen wir leider häufig Fotos, die unrealistische Ideale vermitteln – sei es das Aussehen oder der Lebensstil. Selbst, wenn wir uns dessen bewusst sind, können sich diese Bilder unterbewusst bei uns einbrennen und unglücklich machen. Die #UnfollowWhatUWant-Challenge des Mediensucht-Präventionsprogrammes „Ins Netz gehen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ermutigt dazu, digital auszumisten und sich von schädlichen Instagram-Profilen zu verabschieden: Innerhalb von 30 Tagen werden Abonnements streng unter die Lupe genommen und entfollowed, was das Zeug hält. Das befreit und kann die Online-Dauer nachhaltig herunterschrauben, weil es weniger neue Posts in der Timeline zu checken gibt.

Das Lukas-Werk Goslar in der Martin-Luther-Straße berät kostenlos bei Mediensucht oder deren Anzeichen. Telefonisch ist die Fachambulanz unter (05321) 35885 00 zu erreichen.


Weitere Themen aus der Region