Aus der Schule in den Betrieb

Die Klasse 8a informiert sich in einer Ausstellung über die Praktika der 9. und 10. Klassen. Ein Fragebogen soll die Jugendlichen motivieren, genauer hinzuschauen. Fotos: Mertens

Vienenburg. „Was soll ich einmal werden?“ Sicherlich jeder Schülerin und jedem Schüler ist die Frage schon einmal durch den Kopf gegangen. Der Antwort auf diese und viele andere Fragen können Jugendliche mithilfe Schülerbetriebspraktika näher kommen.

105 Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen der Vicco-von-Bülow-Oberschule Vienenburg nutzten diese Chance, indem sie im Oktober ein mehrwöchiges Praktikum absolvierten. Schon in der 8.Klasse dürfen Jugendliche der Oberschule für eine Woche hinter die Kulissen eines Betriebes schauen, den 9. Klassen stehen sogar drei Wochen für ein Praktikum zur Verfügung. Um möglichst viele verschiedene Eindrücke zu erleben und diese vergleichen zu können, ist auch in der 10. Klasse ein zweiwöchiges Praktikum im Programm.

Fokus auf Orientierung

Anton Fuchs (16).

Die Oberschule legt nicht nur auf die selbstständige Praktikumssuche und -bewerbung großen Wert, sondern auch auf eine ausführliche Nachbereitung. So gestaltet jede Schülerin und jeder Schüler innerhalb von drei Tagen einen Vortrag und ein Plakat über ihre Betriebserfahrung.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte dieses Jahr die Praktikumspräsentation im großen Rahmen mit Eltern, Vertretern der Betriebe sowie Delegierten des Landkreises und der Berufsschulen nicht stattfinden. Doch trotz der Einschränkungen konnten am 3. November Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse in ihren Vorträgen den 8. Klassen Tipps zur Praktikumssuche und Erlebnisse aus dem Berufsalltag näher bringen. Anschließend sammelten die jüngeren Schülerinnen und Schüler in einer Ausstellung aller Plakate sogar schon eigene Ideen für ihren zukünftigen Praktikumsplatz.

Der Neuntklässler Anton Fuchs berichtete der Klasse 8a von seinem Praktikum bei ATN Automobile: „Schon nach einigen Tagen durfte ich viele Aufgaben eines KFZ-Mechatronikers wie den Öl- oder Reifenwechsel selbstständig übernehmen und auch an der Elektronik und am Motorblock konnte ich mithilfe eines Kollegen arbeiten“. Dies habe ihm viel Spaß gemacht, doch merkte er gleichzeitig auch, wie viel Verantwortung ein Mechatroniker gerade bei sehr wertvollen Autos trägt. Deshalb kann er sich momentan diesen Beruf eher weniger vorstellen. Lieber möchte er nach seinem Abschluss vielleicht eine Ausbildung zum technischen Zeichner absolvieren. Er gibt den jüngeren Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg: „Ein Praktikum ist echt wichtig, weil ihr das erste Mal raus aus der Schule kommt und das richtige Arbeitsleben kennenlernt.“

Jule Brunke (15).

Auch die Zehntklässlerin Jule Brunke erzählte von ihren Erlebnissen als Praktikantin. Zwei Wochen lang hat sie sich im Hotel Achtermann einen Einblick in den Beruf der Hotelkauffrau verschafft. „Ich durfte bei der Bedienung der Gäste, der Tischbedeckung und Vorbereitung von Buffets mit anpacken“, berichtet Jule während ihres Vortrags. Positiv schaut sie nun auf die zwei Wochen zurück: „Der Beruf hat mir sehr gefallen und ich würde später gerne in der Eventplanung arbeiten“.

Im Rückblick auf ihr dreiwöchiges Praktikum im Vorjahr, in welchem sie in der zentralen Vergabestelle Braunschweigs den Verwaltungsfachangestellten über die Schulter schauen durfte, kann sie für ihre Zukunft ebenso wichtige Erkenntnisse gewinnen: Zu viel Büroarbeit sei nicht Teil ihres Traumberufes, stattdessen stellt sie fest: „Die Zusammenarbeit mit Menschen wie bei meinem diesjährigen Praktikum ist mir in meinem späteren Beruf sehr wichtig. “

Ein voller Erfolg

Nicht nur Jule und Anton konnten durch die Praktika neue Berufsideen sammeln, selbstständiger werden und einige Antworten auf ihre Zukunftsfragen finden. Laut Stefan Albrecht, Lehrer an der Oberschule, sind viele Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützt und bestärkt worden.

Für einige Schülerinnen und Schüler sei das Praktikum ein ganz besonderer Erfolg gewesen, ihnen wurde bereits von ihren Praktikumsbetrieben ein Ausbildungsplatz angeboten.

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