Freitag, 08.01.2021

Whatsapp: Wirbel um neue Richtlinien

Leserbrief

Wer Whatsapp in diesen Tagen öffnet, den begrüßt eine Pop-Up-Nachricht, die derzeit für ordentlich Verwirrung sorgt: Durch überarbeitete Nutzungsbedingungen und eine neue Datenschutzrichtlinie will das Facebook-Unternehmen künftig den „Whatsapp Service“ sowie die Datenverarbeitung ändern. Noch lässt sich das Pop-Up wegklicken, wer aber bis zum 8. Februar nicht zustimmt, kann die App fortan nicht mehr nutzen.

Pushnachrichten geplant

Zukünftig will das Unternehmen seine Nutzer leichter über neue Funktionen und Updates informieren. Dazu plant Whatsapp, Pushnachrichten in die App zu integrieren, wie man sie bereits von einer Vielzahl anderer Programme auf dem Handy kennt. IT-Experten halten diesen Schritt laut „WABetaInfo“ für durchaus sinnvoll. Vor allem Technik-Laien, die sich nicht selbstständig über Änderungen informieren, würden davon profitieren. Auch vor kriminellen Nachrichten und Spam könnten Nutzer durch die neue Funktion geschützt werden.

Was derzeit für viel Wirbel sorgt, ist die neue Datenverzahnung des Messengerdienstes mit dem Mutterkonzern Facebook. Laut überarbeiteter AGB sollen bestimmte Informationen wie etwa die Telefonnummer, Kontoinformationen, IP-Adressen, Transaktionsdaten, Informationen über das benutzte Smartphone und Interaktionen mit anderen Nutzern sowie Protokoll- und Diagnosedateien künftig auch an andere Facebook-Unternehmen übermittelt werden. Chatnachrichten bleiben nach wie vor durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung privat.

Entwarnung für die EU

Der Schritt kommt nicht besonders überraschend. Mark Zuckerberg hat schon in der Vergangenheit angekündigt, die Dienste Facebook, Instagram und Whatsapp enger zu vebinden. Damit wappnet sich das Unternehmen auch vor einer Zerschlagung.

Die Information über die AGB-Änderungen in der In-App-Benachrichtigung sind nicht sehr aussagekräftig. Bei vielen lassen sie eine versuchte Verschleierung der Absichten vermuten. Screenshot: Dämgen
Zwar bietet der Konzern Facebook, Instagram und Whatsapp seinen Nutzern kostenlos an. Jedoch verdient er daran, ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen, indem er ihre personenbezogenen Daten und jeweiligen Aktivitäten bis ins kleinste Detail analysiert. Deshalb wächst im Netz jetzt die Angst davor, dass Facebook sich die von Whatsapp übermittelten Informationen für Werbezwecke zu eigen machen könnte.

Aufgrund der örtlichen Datenschutzgesetze greift für EU-Bürger aber eine Sonderregelung: Laut Whatsapp gebe es demnach keine „wesentlichen Änderungen an der zugrundeliegenden Datenverarbeitung in der EU“. WhatsApp werde weiterhin keine Daten mit Facebook teilen, damit diese zu Werbezwecken oder zur Verbesserung von Facebook-Produkten genutzt werden. Das verdeutlichte Whatsapp-Managerin Niamh Sweeney per Twitter, nachdem im Internet Fehlinformationen über die Verarbeitung der Daten kursierten. Außerhalb der EU können Nutzerdaten aber durchaus zu Werbezwecken an Facebook weitergeleitet werden. Whatsapp zählt weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer. In Deutschland ist es die meistgenutzte App überhaupt.

Signal zeitweise überlastet

Viele Nutzer, die die Änderung der AGB von Whatsapp nicht hinnehmen wollen, wechseln derzeit zur Messengerapp Signal über. Es registrierten sich sogar so viele neue User, dass es zur Überlastung des Systems kam und kurzzeitig keine Verifizierungscodes mehr verschickt werden konnten, die zur Neuanmeldung notwendig sind. Für den immensen Zuwachs hat unter anderem ein Tweet von Tesla-Gründer Elon Musk beigetragen. „Use Signal“ („benutzt Signal“), riet er seinen Abonnenten am Donnerstag.









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