Freitag, 04.12.2020

Weihnachtsshopping ins Netz verlagert

Leserbrief

Goslar. Dichtes Gedränge in schmalen Gassen: So kennen die Goslarer ihre Stadt in der Weihnachtszeit. Das große Treiben lässt bisher jedoch auf sich warten – der Einzelhandel befürchtet große finanzielle Verluste. Wir haben junge Goslarer gefragt, wo sie dieses Jahr Geschenke für ihre Liebsten einkaufen.

Die meisten von ihnen tendieren in dieser Adventszeit zum Online-Shopping: „Das ist bequemer und geht schneller“, sagt Marvin Oden aus Jürgenohl. In der Stadt will der 19-Jährige deshalb nur ein paar Kleinigkeiten besorgen. Dieser Strategie schließt sich der Großteil der Befragten an.

Einschränkungen stören

Die paar Klicks im Internet haben sich bei vielen von ihnen einfach als die in Corona-Zeiten unkomplizierteste Variante durchgesetzt. „Ich habe schon sehr viel online bestellt, weil ich mir gedacht habe, dass es dieses Jahr etwas schwieriger werden könnte, die Geschenke zu besorgen. Aber letztes Jahr habe ich das meiste in der Stadt gekauft“, erzählt etwa Leandra Heinze. Ihrer Freundin Anna Ripken geht es gleichermaßen. Doch es sei auch die Maske, die zum Online-Kauf beigetragen habe: „Ich finde es total nervig, den ganzen Tag in der Stadt mit der Maske herumzulaufen. Darauf habe ich keine Lust“, erklärt die 22-jährige Vienenburgerin. Auch Deniz Özgenc zeigt sich von den Corona-Einschränkungen beim Einkaufen genervt. „Es kommt häufiger vor, dass man in der Stadt auch mal draußen vor der Tür warten muss“, berichtet die 26-Jährige. Schlangestehen komme für sie bei der Kälte nicht infrage.

Dass die Stadt zwar an sich zwar leerer erscheint als sonst, in den Läden zu Stoßzeiten aber alles andere als tote Hose ist, konnten in den vergangenen Tagen auch Leandra und Anna beobachten. „An sich ist dadurch, dass der Weihnachtsmarkt wegfällt, generell weniger in der Stadt los. Aber bei manchen Läden habe ich sogar das Gefühl, das mehr Andrang herrscht als sonst“, sagt Anna. Leandra wundert das kaum. Sie vermutet: „So gut wie alle Freizeitaktivitäten sind gestrichen und die Leute wollen halt nicht nur zu Hause sitzen.“

Und schließlich sind da ja auch noch diejenigen, die ihre Geschenke möglichst vor Ort kaufen wollen. Die Produkte live zu sehen, und sich beim Bummeln inspirieren zu lassen, sind für sie die ausschlaggebenden Kriterien.

Auf das Online-Shopping will aber trotzdem niemand komplett verzichten. Denn in einem Punkt sind sich alle von der Jungen SzeneBefragten einig: Die Auswahl in Goslar lässt für Jugendliche zu wünschen übrig. Vor allem sehnen sie sich nach einem geeigneterenAngebot an Kleidungsläden. Indiesem Zusammenhang fällt auch häufig das Stichwort „Braunschweig“ – hier würde man als Jugendlicher viel schneller etwas Passenderes für sich finden, meinen viele.

Einmalige Atmosphäre

Trotzdem punktet die Kaiserstadt mit ihrem gemütlichen Flair. „Gerade jetzt, wo man nicht viel unternehmen kann, lädt es zum Bummeln ein“, sagt Leandra. Auch Lisa Enke schlendert gerne durch die Innenstadt. Das Weihnachtsshopping fühle sich dieses Jahr aber ganz anders an als sonst. „Man sieht ja, dass es leerer ist. Das ist entspannter, aber irgendwie vermisst man den Weihnachtstrubel. Der gehört einfach dazu“, sagt die 26-Jährige. Und auch Deniz findet: „Sich durch die Gänge zu kämpfen und nach Angeboten zu gucken, gehört einfach zu Weihnachten dazu. Gerade, wenn man mit Freundinnen unterwegs ist und danach noch einen Kaffee trinken geht, macht das viel mehr Spaß als online einzukaufen“, sagt sie.

So schwierig diese Zeit für uns ist, aus einem positiven Blickwinkel heraus sieht die Welt gleich gar nicht mehr so grau aus: Denn jetzt, wo in der Stadt ohnehin weniger los ist, haben wir ausnahmsweise mal die Chance, den Weihnachtseinkauf ohne Hektik zu erledigen.









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