Donnerstag, 25.01.2018

Vulgärer Filmtitel verstößt gegen gute Sitten

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Seit 2013 der erste „Fack Ju Göhte“-Film über die Leinwand flimmerte, spaltete der Titel die Gemüter. Viele finden das Wortspiel mit dem englischen Ausdruck witzig. Wiederum andere sind aber der Meinung, dass der Titel zu vulgär sei und einen großen deutschen Dichter beleidige.

Das „böse F-Wort“

Die negative Auffassung teilt nun auch das Gericht der Europäischen Union. Die Produktionsfirma „Constantin Film“ wollte den Titel zu Werbezwecken als Marke eintragen lassen. Ihr Plan war es, die Schreibweise schützen zu lassen, um mit dem Schriftzug Geld zu verdienen. Im Vorfeld war das Amt für geistiges Eigentum, das die Unionsmarken verwaltet, auch schon zu dem Entschluss gekommen, der Forderung nicht nach zugeben. Es hieß, dass sie nichts schützen wollten, was das „böse F-Wort“ beinhalte und im Zusammenhang mit Goethe stehe.

Deswegen sollte das EU-Gericht entscheiden und gestern war die Urteilsverkündung. Auch diese Richter waren der Ansicht, dass der Filmtitel zu vulgär sei und gegen die guten Sitten verstoße. Beteiligte der Produktionsfirma haben schon seit den mündlichen Verhandlungen im November immer wieder betont, dass es auf keinen Fall ihre Absicht war, den Dichter zu beleidigen. Für sie sei der Titel Satire.

Deswegen werden sie das Urteil sicherlich nicht einfach auf sich beruhen lassen. Bislang wurde aber noch nicht bekannt gegeben, ob die Produktionsfirma Revision einlegen wird. Ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht also noch für die Gruppe „Arschlöcher“, wie die Schüler in „Fack ju Göhte“ liebevoll genannt werden. Wenn allerdings auch der Europäische Gerichtshof, die höchste rechtssprechende Instanz der EU, den Filmtitel als zu vulgär einstuft, dann wird das wohl nichts mehr mit der eingetragenen Schutzmarke.







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