Freitag, 13.07.2018

Schlaflos in Hamburg

Leserbrief
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New York soll die Stadt sein, die niemals schläft? Ich glaube, Hamburg hat da noch mal ein Wörtchen mitzureden. Nachdem ich im Juni im Rahmen meiner Volontärsausbildung die Akademie für Publizistik dort besucht habe, bin ich mir sicher: Die Hansestadt macht dem Big Apple ganz schön Konkurrenz.

Das fängt schon damit an, dass es dort anscheinend niemals dunkel wird. Auch nachts bleibt alles hell erleuchtet! Während ich verzweifelt mit den Vorhängen und Rollos kämpfte, um endlich Dunkelheit im Zimmer herrschen zu lassen, blitzte die Elbphilharmonie mir vom Hafen aus auch mitten in der Nacht fröhlich und fast ein bisschen hämisch entgegen.

Ganz zu schweigen vom Himmel, der seinen ungesunden Orangeton niemals verlor. Lichtverschmutzung nennt man dieses nicht ganz so angenehme Phänomen, das mich als altes Dorfkind ziemlich irritiert hat. Bei uns werden um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt, das Licht schaltet sich aus, keiner geht mehr auf die Straße... Okay, ich gebe ja zu – das ist jetzt doch etwas übertrieben. Im Vergleich zu Hamburg kam es mir aber so vor. Und von der Geräuschkulisse vor meinem Fenster dort will ich gar nicht erst anfangen. Polizeisirenen, Autos und vorbeilaufende Menschenmassen ließen mich niemals vergessen: Du bist in der Großstadt. Aber ich will nicht zu viel schimpfen, denn abgesehen davon war die Zeit dort super.

Meinem Schlafrhythmus zuliebe bin ich trotzdem froh, wieder zu Hause zu sein. Die erste Nacht im eigenen Bett war aber schon ziemlich merkwürdig. Irgendwie hatte ich mich doch an den permanenten Krach gewöhnt. Wo blieben die heulenden Sirenen, die sonst schon um 4 Uhr erklangen? Wieso brauste vor dem Fenster kein Verkehr mehr vorbei? Stattdessen hörte ich Schafe blöken, Vögel ihre morgendlichen Melodien in den Bäumen zwitschern und irgendwo dazwischen brummte leise ein Trecker – Landleben pur. Spätestens, als meine Katze vor meiner Zimmertür jaulte, weil sie reingelassen werden wollte, wusste ich: Jetzt bin ich wieder daheim. Eure Marieke







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