Samstag, 07.11.2020

Mit betenden Händen zu einer lockigen Haarpracht

Leserbrief

Die Curly-Girl-Methode geistert schon eine ganze Weile im Internet herum. Aktuell haben die Menschen jedoch wieder mehr Zeit, sich mit ihren Haaren zu beschäftigen, weswegen der Internet-Trend neu auflebt. Bei der Methode handelt es sich um eine Pflegeroutine für lockige, wellige und krause Haare. Der Clou: Viele, die jahrelang ihre vermeintlich glatte Mähne falsch gepflegt haben, haben es so geschafft, ihre Locken zum Vorschein zu bringen.

Der Trend heißt zwar Curly-Girl-Method (Lockige-Mädchen-Methode). Aber natürlich dürfen auch Jungs die Anleitung ausprobieren. Vorbilder im Internet haben fleißig ihre Vorher-Nachher-Bilder gepostet, auf denen sich auch die Herren der Schöpfung definitiv sehen lassen können.

Viele Videos zum Thema

Die Curly-Girl-Methode wurde ursprünglich von Hairstylistin Lorraine Massey im Jahr 2001 für Frauen entwickelt, die genug davon hatten, ihre Locken zu glätten und einfach nicht wussten, wie sie ihre Haare richtig pflegen sollten. Sie hat auch ein Buch darüber geschrieben. Mittlerweile gibt es haufenweise YouTube-Videos sowie Facebook-Gruppen zu dem Thema.

So viel vorweg: Die Curly-Hair-Methode ist aufwendig. Sie erfordert viel Zeit und Geduld. Die Tricks müssen über eine Weile angewendet werden, weil die falsche Pflege der Haare teilweise über Jahre angedauert hat und Schäden deshalb nicht nach einer Woche behoben sein können. Außerdem braucht es Muße, sich in diese Thematik einzulesen. Es gibt viele Dinge zu beachten, die hier nur kurz angerissen werden können.

Zeit und Geduld gefragt

Am Anfang ist beispielsweise erst eine Bestandsaufnahme der Haare wichtig. Wie lang sie sind, ob sie gesund sind und wie es der Kopfhaut geht, sind Informationen, die über die Auswahl der richtigen Pflegeprodukte entscheiden. Zunächst müssen alle Hitze-Geräte verbannt werden. Föhn, Glätteisen und Lockenstab sind verboten. Einzig ein Diffusor, der die Haare schonender trocknet, bietet die Ausnahme.

Die Regeln der Curly-Hair-Methode sind streng: Hitze wie von einem Föhn ist nicht erlaubt. Illustration: Pixabay/Exner

Eine Bürste wird ab sofort auch nicht mehr gebraucht. Diese raut die Locken nur auf, und man will ja nicht aussehen wie ein explodierter Pudel. Knoten in den Haaren werden am besten im nassen Zustand mit den Fingern entfernt. Ein grobzinkiger Kamm und ein Conditioner (Spülung) können dafür nützlich sein.

Conditioner auftragen

Hier fällt auf, dass die Methode aus dem englischsprachigen Raum stammt. Die Wörter in den Anleitungen sind zunächst gewöhnungsbedürftig. Dazu zählt zum Beispiel das Squischen. Das bedeutet, die Locken nach der Haarwäsche zu kneten und ihnen so mehr Sprungkraft zu verleihen. Dann gibt es noch das Ploppen. Dabei werden die nassen Haare in ein Mikrofaserhandtuch oder ein Baumwoll-Shirt gewickelt. Frotteehandtücher sind nämlich auch nicht mehr erlaubt. Ganz beliebt in dem Wörterbuch sind auch die Praying Hands, also die betenden Hände. Bei dieser Technik werden die Finger wie zum Gebet gefaltet, um den Conditioner richtig ins Haar aufzutragen.

Weil das noch nicht kompliziert genug ist, schreibt die Methode auch noch vor, welche Stoffe nicht in den Produkten sein dürfen. Sulfate, Silikone, Parabene, feuchtigkeitsentziehende Alkohole, Wachse sowie nichtpflanzliche Öle sind tabu. Um da durchzusteigen, empfiehlt es sich, die Inhaltsangaben auf den Produktflaschen genau zu studieren. Da das sehr zeitaufwendig ist, gibt es in den Facebook-Gruppen eine Auflistung an Produkten, die für die Methode geeignet sind. Einige davon sind auch in der Drogerie erhältlich, heißt, sie werden den Geldbeutel nicht komplett auffressen.

Einstieg in Pflegeroutine

Die Curly-Hair-Methode verspricht keine Wunder, das wird im Internet auch immer deutlich. Also wenn jemand aalglattes Haar hat, wird er nach einer Woche wohl kaum mit einem Afro-Look glänzen. Sie bietet jedoch einen guten Einstieg, sich mit seinen Haaren zu beschäftigen und eine eigene Pflegeroutine zu finden.

Gerade der aktuelle Teil-Lockdown bietet doch Gelegenheit, sich in die Methode einzulesen. Und keine Sorge: Selbst wenn die Technik nicht funktioniert und die Haare kurzzeitig schlimmer aussehen als vorher, ist das in der jetzigen Situation verkraftbar. Die kalten Temperaturen laden doch dazu ein, eine Mütze zu tragen und schicke Partys finden derzeit auch nicht statt.









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