Montag, 02.12.2019

Im Manga geht ein berüchtigter Gangster neue Wege

Leserbrief

Tatsu regelt Sachen auf seine Art. Unnachgiebig und mit Präzision geht der Ex-Yakuza seinen Aufträgen nach. Dabei hat er allerdings die Straße gegen den Haushalt ausgetauscht. Und während ein Yakuza an seinen Tattoos zu erkennen ist, ist das neue Markenzeichen von „Immortal“ Tatsu die Schürze.

Das Szenario das Kousuke Oono in dem Manga „Yakuza goes Hausmann“ aufbaut, ist für sich genommen schon skurril und amüsant genug. Doch wenn man dem ehemaligen Gangster dabei zuschaut, wie er alltägliche Aufgaben, wie Frühstück zubereiten oder Schnäppchen jagen mit der gleichen grimmigen Entschlossenheit angeht, wie einen Banküberfall oder sonstigen Coup, werden die Lachmuskeln sehr schnell strapaziert. Auch der Umstand, dass seine Umgebung Tatsu sofort als Yakuza erkennt und deswegen vom Schlimmsten ausgeht, er aber nur Kohl oder eine DVD-Box einkauft, ist schon ein großartiger Running-Gag. Kurz: Es wird mit beliebten Yakuza-Klischees aus Manga, Anime und Film gespielt und sie werden sehr schön durch den Kakao gezogen.

Die herrlich ungewöhnliche Slice-of-Live-Komödie „Yakuza goes Hausmann“ ist eine absurde Genre-Mischung aus klassischer Haushaltsführung und zeremonieller Ernsthaftigkeit japanischer Gangster-Clans, die funktioniert.

In Deutschland ist der erste Band am 26. November erschienen. Ob „Yakuza goes Hausmann“ wie in Japan auch bei uns zum Überraschungshit wird, ist nicht auszuschließen. Das Potenzial ist da. Wie Tatsu sagt: „Unterschätze nie einen Hausmann, sonst wird‘s hässlich“.

„Yakuza goes Hausmann“ von Kousuke Oono, 160 Seiten, ab 12 Jahren, Carlsen Verlag, 7,50 Euro.









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