Montag, 19.10.2020

Drei Frauen erstreiten sich beim Fechten ihr Leben zurück

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Ein schwieriges Thema behandelt Quentin Zuttion in seiner neuen Graphic Novel „En Garde!“. Es geht um drei Frauen, die Opfer sexueller Gewalt sind und sich von ihrem Trauma befreien wollen. Sie melden sich bei einem einjährigen Kursus für therapeutisches Fechten an.

Intensive Einblicke

Lucie schläft anfangs mit einem Messer unterm Kopfkissen. Tamara kämpft, schlägt um sich, betäubt sich. Nicole entscheidet sich dafür, sich in Luft aufzulösen. Aber mit dem Kursus beginnt ein Jahr, in dem sich die drei Frauen befreien und die Herrschaft über ihr Leben zurückerlangen wollen: Angreifen, sich verteidigen, treffen. Unter der Fechtmaske kann die Heilung beginnen.

Zuttion zeichnet seine Geschichte sehr gefühlvoll. Die Bilder kommen mit wenig Text aus, und es werden auch keine Schauergeschichten erzählt, sondern Zuttion gibt einen intensiven Einblick in die Gefühlswelt der Frauen. Die pastellfarbenen und schwarz-weißen Abschnitte drücken gut die unterschiedlichen Gefühle aus. Die Übergriffe, die die Frauen erlebt haben, sind nicht voyeuristisch dargestellt.


Zuttion ist nicht nur Autor, sondern auch Zeichner der Graphic Novel. Er, der hin und wieder auch unter seinem Pseudonym Mr. Q arbeitet, ist Illustrator und Comiczeichner, Video-, Foto- und Performance-Künstler. Er hat seinen Abschluss an der Nationalen Kunsthochschule in Dijon gemacht und seit dem immer wieder als Illustrator gearbeitet. Zuttion ist sehr aktiv in sozialen Netzwerken und auf seinem privaten Blog „Les petits mensonges de Mr. Q“ („Die kleinen Lügen des Mr. Q“), wo er vor allem Cartoons veröffentlicht. So fand er mit den Éditions Lapin einen Verlag für seine ersten beiden Werke, „Sous le lit“ („Unter dem Bett“) und „Chromatopsie“.

„En Garde!“ von Quentin Zuttion, Splitter, 208 Seiten, 29,80 Euro.









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