Donnerstag, 10.12.2020

Comic "Deadly Class" für starke Nerven

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Mord ist Kunst. Töten ist Handwerk. Willkommen in der brutalsten Schule der Welt, wo die Sprösslinge der erfolgreichsten Verbrecherfamilien zu den Killern von morgen ausgebildet werden. An der Akademie der tödlichen Künste stehen „Giftmischen 101“ und „Tatortsäuberung“ auf dem Stundenplan, und die Lehrer sind angesehene Mitglieder des organisierten Verbrechens.

Der Held, oder eher gesagt der „Anti-Held“ der Geschichte, ist Marcus Lopez. Er ist ein verkorkster Teenie, der eigentlich schon keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Er hat seine Eltern auf eine groteske Art und Weise verloren, lebt unter der Brücke, nimmt Drogen, bestiehlt andere und versucht sich irgendwie durchzuschlagen. Ronald Reagan ist an der Macht und Marcus gibt ihm alle Schuld an dem Tod seiner Eltern.

Besondere Ausbildung

Es ist 1987, Marcus streift wie immer durch die Straßen von San Francisco. Doch plötzlich gerät er in eine wilde Verfolgungsjagd und schafft es grade so mit seinem Leben davonzukommen. Und mit einem Mal ist Marcus plötzlich Schüler an der „King‘s Dominion Akademie für Auftragsmörder“. Nun sieht er seine Chance auf Rache gekommen.

Allerdings ist die Akademie der tödlichen Künste letztendlich auch nur einfach eine Schule mit nervigen Cliquen, Hausaufgaben und Teenie-Kram. Aber da muss Marcus jetzt erst mal durch. Doch sein Drang dazuzugehören steigt stetig und schließlich verguckt er sich in die geheimnisvolle, volltätowierte Yakuza-Braut Saya. Dennoch ist der Comic „Deadly Class“ nicht wirklich was für Teenies. Er ist blutig, dreckig und wahnsinnig.

Geschrieben wurde „Deadly Class“ von Rick Remender, bekannt auch durch „Seven To Eternity“, „X-Men“, „Venom“, „Low“ und „Black Science“. Illustrator des Ganzen ist Wesley Craig. Lee Loughridge hat die Seiten coloriert. Im Vorwort sowie im Nachwort wird die Verbindung von Rick Remender zu dem Hauptcharakter, Marcus Lopez, besonders deutlich. Demnach hatte der Autor auch eine besonders prägende sowie harte Jugendzeit gehabt.

„Deadly Class“ ist völlig abgedreht und wirklich kein Comic für Weicheier. Er ist wie ein endloser Albtraum, skurril, bunt und hässlich. Eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle — wie ein schlechter Trip. Besonders herausragend sind die mehrfarbigen und dichten Illustrationen und die starken Charaktere der Geschichte.

Serien-Adaption

Die Altersempfehlung liegt bei 14-17 Jahren, sollte aber eventuell etwas höher angesetzt werden. Im Februar 2019 kam eine Serienadaption von „Deadly Class“ auf SyFy heraus, die mittlerweile auch bei Netflix zu sehen ist. Bisher sind schon sechs Bände bei Cross Cult erschienen. Den Siebten hat der Verlag für den 13. Januar 2021 angekündigt.

“Deadly Class – Die Akademie der tödlichen Künste“ von Rick Remender, Wesley Craig und Lee Loughridge, Cross Cult, 176 Seiten, 16,80 Euro.









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