Dienstag, 11.08.2020

Radfahrer, männlich, sucht… per Bahnhofsaushang

Leserbrief
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Schmierereien an Bahnhaltepunkten gehören zum Alltag der Bundespolizei.  Am Bahnhof Ilsenburg jedoch entdeckten die Beamten jetzt die emotionale Suchmeldung eines edlen Prinzen nach DER Prinzessin.

Der Radfahrer hatte Anfang Juli auf dem Bahnhof Ilsenburg eine Radfahrerin kennengelernt, sie dann aber nach einem netten Gespräch aus den Augen verloren. Seither sann er nach Wegen, wie er seine radfahrende Prinzessin wohl wiederfinden könne und kam schließlich auf die Idee, sich in einem ebenso fantasie- wie liebevollen Brief im Bahnhof Ilsenburg an das bahnfahrende Volk zu wenden. Immer in der Hoffnung, jemand könne seine Prinzessin kennen.

Nicht strafrelevant

Deren Beschreibung liefert der „junggebliebene Prinz“ natürlich mit: „Sie ist ca. 1,70 m groß, von schlanker Gestalt und könnte 45-50 Lenze gesehen haben Das Haupt bedeckten kurze blonde Haare, die gerade einmal für ein niedliches kurzes Pferdeschwänzchen reichten, das unter dem Fahrradhelm hervor lugte. Sie trug eine recht markante schwarz umrahmte schmale Brille.“

Da in dieser Form des Aushangs überhaupt nicht strafrelevant, ließen die Bundespolizisten aus Halberstadt schmunzelnd diesen Brief natürlich hängen und wünschten dem Suchenden viel Erfolg. Dem wiederum schließt sich das GZ-Team an - und für alle Neugierigen gibt es hier den kompletten Prinzen-Brief:

Hallo nette Unbekannte

Kein profaner Bahnhofsaushang, sondern die Suche eines "junggebliebenen Prinzen" nach seiner "Prinzessin", die er auf einem Radausflug traf. Foto: Bundespolizei
Es war einmal vor langer Zeit, genauer am 07.07.2020 gegen 09:30 Uhr, als ein junggebliebener Prinz mit seinem edlen Ross, ein schwarzes Reisefahrrad mit viel Urlaubsgepäck, auf dem Bahnsteig in Ilsenburg auf den Zug wartete. In diesem Moment erschien ihm eine wunderschöne und ebenso junggebliebene Prinzessin, ihrerseits ein Ross in Form eines blau/(schwarzen?) Mountainbikes führend, mit den Worten „Das sieht nach einer großen Tour aus". Der Prinz erblickte die wunderschöne Prinzessin und sofort entwickelte sich eine sehr nette Unterhaltung. Der Zug kam, der Prinz und die Prinzessin bestiegen diesen und verloren sich leider aus den Augen. In Halberstadt verließ die Prinzessin mit ihrem Ross den Zug, ein Tagesausflug zurück zum Hofe in Ilsenburg schien ihr im Sinne, und der Prinz erblickte sie nur für einen Moment wieder. Sie verabschiedete sich von dem Prinzen mit den Worten "Bon voyage". Was für eine Prinzessin!

Leider bemerkte der Prinz all die schönen Seiten dieser Begegnung erst, als die Prinzessin den Zug bereits verlassen hatte. Und je länger er auf der Fahrt zu seinem Hofe an die Unterhaltung und die Prinzessin dachte, desto mehr wuchs in ihm der Wunsch, er möchte diese wunderbare unbekannte Prinzessin wiedersehen. Aber wie? Er konnte ja noch nicht einmal der Holden Namen.

So schmiedete der Prinz einen kühnen Plan. Er würde das regionale Tagesblatt mit dem Drucken einer Meldung beauftragen, mit der er die Prinzessin suchen wurde. Leider blieb dies erfolglos. Dann folgte ein noch kühnerer Plan. Er würde nun einen regionalen Radiosender anrufen und in einer Sendung namens „Flirteinander" die Geschehnisse schildern. Hier konnte er die Prinzessin sogar beschreiben, in der Hoffnung, jemand ihres Hofes würde sie wiedererkennen. Auch dies blieb erfolglos Jetzt entschloss sich der Prinz zum kühnsten aller Pläne. Er müsse an den Ort des Geschehens zurückkehren und einen Aufruf an das Volke richten. Nun ist der Prinz guter Hoffnung, jemand vom Hofe der Prinzessin muss sie doch einfach erkennen und es ihr kundtun. Vielleicht liest die Prinzessin dies ja auch selbst. Bitte bitte schöne Prinzessin: Schicken Sie dem Prinzen eine kurze Nachricht unter deredleprinz(at)web.de, ganz egal, was Sie ihm auch sagen würden. Er würde sich sehr darüber freuen. Lassen Sie den Prinzen nicht Dumm sterben.

Noch eine kurze Beschreibung der schönen Prinzessin für das Volke am Hofe: Sie ist ca. 1,70 m groß, von schlanker Gestalt und könnte 45-50 Lenze gesehen haben Das Haupt bedeckten kurze blonde Haare, die gerade einmal für ein niedliches kurzes Pferdeschwänzchen reichten, das unter dem Fahrradhelm hervor lugte. Sie trug eine recht markante schwarz umrahmte schmale Brille.

Hoffnungsvoll, der nette Prinz vom Bahnsteig









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