Sonntag, 18.10.2020

Igelzentrum Niedersachsen ist derzeit voll belegt

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Laatzen. Die einen sind mager und schwach, die anderen haben Schnittverletzungen. Das Igelzentrum nahe Hannover versorgt stachelige Schützlinge, um sie wieder in die Freiheit zu entlassen. Für die Tiere gibt es demnach einige Gefahren.

Mit knapp 90 verletzten oder kranken Igeln ist das Igelzentrum Niedersachsen in Laatzen in der Region Hannover derzeit voll belegt. Nur in absoluten Notfällen sei die Aufnahme weiterer Tiere möglich, sagte die Tierärztin Karolin Schütte der dpa.

Schwach und unterentwickelt

Karolin Schütte, Tierärztin im Igelzentrum Niedersachsen, hält einen jungen Igel in den Händen. Zahlreiche stachelige Schützlinge werden jedes Jahr von Findern im Igelzentrum abgegeben. Dort werden sie versorgt, um sie wieder in die Freiheit entlassen zu können. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Viele Igel wurden schwach und unterentwickelt in die Einrichtung gebracht und müssen intensiv betreut und gefüttert werden. Andere sind krank oder verletzt und brauchen medizinische Hilfe.

Verletzungen durch Rasenmäher

«In diesem Jahr haben wir viele Igel mit Schnittverletzungen», berichtete Schütte und sieht die Ursache dafür in Mährobotern und anderen Gartengeräten. Bei Verletzungen im Gesicht sei die Rettung schwierig, Verletzungen im Stachelkleid könnten mitunter genäht werden.

Ziel: Die Auswilderung

Das Igelzentrum pflegt stachelige Schützlinge gesund, um sie wieder in die Freiheit zu entlassen. «Die Auswilderung ist immer das größte Ziel. Danach richtet sich die Therapie», sagte Schütte.

Der Tierärztin zufolge ist der Schwund an Lebensraum für den Igel ein Problem. «Der Igel ist sehr anpassungsfähig. Er ist uns in die Gärten gefolgt, aber genau dort lauern die Gefahren.» Auch der Insektenschwund stelle die Tiere vor Herausforderungen. «Dass so viele Igel aufgenommen werden, zeigt dass es ihm nicht so gut geht.» dpa

Annemarie Flieger, Tierpflegerin im Igelzentrum Niedersachsen, setzt einen jungen Igel in eine zuvor gesäuberte Box. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa









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