Dienstag, 12.06.2018

Zweifel, dass Stadt alles richtig gemacht hat

Leserbrief
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Ingo Hundt, Goslar zur Nachlese des TddZ und der Berichterstattung über die Demo am Georgenberg

Die Stadt Goslar rühmt sich, alles richtig gemacht zu haben. In Kooperationsgesprächen wurden Spielregeln für den Aufmarsch vereinbart. Ein befremdlicher Duktus. Eine Standortkundgebung wurde nicht erwogen. Warum auch? Das Land trägt die Sicherungskosten.

Der ausgelassenen Stimmung auf der Gegendemonstration stand eine gespenstische Atmosphäre auf dem Georgenberg gegenüber. Verängstigte Anwohner im Sperrgebiet. Helikopter, Wasserwerfer und zahllose, hilfsbereite Polizeibeamte. Ansonsten leer gefegte Straßen. Nur wenige trauten sich vor die Tür. Nur wenige schmückten Häuser mit Protestzeichen. Vereinzelte Nazis laufen vorab die Wegstrecke ab zur Inspektion. Angst und Schrecken sind zu spüren. So funktioniert Faschismus. Die Einschüchterung wirkt. Im Gleichschritt flankiert von schwarz-weiß-roten Fahnen wird mit Trommeln losmarschiert. Der Demonstrationszug skandiert: „Nationaler Sozialismus jetzt“ Nationalsozialismus? Später erzählen Nachbarn, dass sie hinter den Fenstern die Tränen nicht zurückhalten konnten. Eine Mutter hält mit ihrer Tochter die Regenbogenfahne hoch. Sie werden als „Nutten“ beschimpft. Für mich sind das die Heldinnen des Tages.

Zahlreiche Helden treffe ich nach dem Spuk auch in der Innenstadt an. Friedliche und ausgelassene Gegendemonstranten. Vielen lieben Dank für die Unterstützung. Wo ist aber die Stadt Goslar, wenn es um die verstört alleingelassenen Anwohner geht? Hat die Stadt wirklich alles richtig gemacht?








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