Sonntag, 08.07.2018

Zurück zum Naturschutz mit Augenmaß

Leserbrief
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Dr. Albrecht von Kortzfleisch, Goslar, zum Artikel „Streit um das angebliche Waldsterben“ (GZ vom 3. Juli 2018)

 

Es ist höchste Zeit, dass das Thema auf hoher politischer Ebene diskutiert wird. Die Sinnfrage muss beantwortet werden. Interessiert es denn niemand, was das kostet und welche Verluste entstehen? Wem nützt es, dass man einer Naturkatastrophe tatenlos zusieht? Naturschutz heißt für mich: die Natur vor Beschädigung schützen. Die gesetzlichen Vorschriften geben im Entwicklungsnationalpark keinen Blankoscheck fürs Nichtstun. Seit 30 Jahren folgt der Harzklub dem Motto: „Naturschutz mit Augenmaß“, dorthin sollten wir zurückkehren oder bleiben.

Die Vermutung, dass nach dem Absterben der alten Fichten ein „naturnaher Mischwald“ entsteht, halte ich für falsch. Wir wissen genug darüber, wie der naturnahe Harzer Urwald vor 1000 Jahren aussah: Es waren Mischwälder mit wechselnden Anteilen von Buche, Fichte, Bergahorn, Eiche u.s.w. Das kann man nur herstellen, indem man die fehlenden Laubhölzer inselartig in die Fichtenbestände hineinpflanzt und gegen Wildverbiss schützt. Was jetzt nachfolgt, zeigen schon die veröffentlichten Fotos: Eine (ungleichaltrige) Fichten-Monokultur aus Naturverjüngung mit ein paar angeflogenen Birken und Eberessen dazwischen.

Welche Ideologie war maßgebend, als nach der Fusion der beiden Parks 2006 die Borkenkäferbekämpfung plötzlich eingestellt wurde, die man bis zum Jahr 2005 flächendeckend und mit Erfolg praktizierte?







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