Dienstag, 31.03.2020

Wo die Welt noch in Ordnung ist

Leserbrief

Ein Ticket zum ganz persönlichen Inselparadies gefällig? Kein Problem, wenn es der ansässige Verkäufer, Unternehmer und neuerdings auch Reiseleiter Tom Nook macht es möglich! Mit „Animal Crossing: New Horizons“ geht es für Spieler auf eine unbewohnte Insel, die jeder nach seinen Vorstellungen gestalten kann.

Eigentlich sollte die Reihe „Animal Crossing“ hinlänglich bekannt sein, hier aber die Grundzutaten des Spiels für alle, die noch nie davon gehört haben: Es ist quasi eine Lebenssimulation, bei der man in einer Stadt, oder in diesem Fall auf einer Insel, lebt, die von den verschiedensten sprechenden Tieren bevölkert sind.

Die Nachbarn sind Schafe, Frösche und Hühner, Eugen, der Museumskurator, ist eine Eule, und Tom Nook ist übrigens eigentlich kein Waschbär, sondern ein japanischer Marderhund. Zwischen all diesen Wesen schlägt man seine Zelte auf – im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Eigenheim muss man sich erst einmal verdienen.

Immer etwas zu tun

Das Spiel läuft in Echtzeit ab, ein Tag auf der Insel ist auch ein Tag im echten Leben. Und zum ersten Mal kommt man nicht in eine vorgefertigte Stadt, sondern kann sie selbst aufbauen. Die Gestaltung des eigenen Charakters und Hauses hat schon immer eine große Rolle gespielt, nun kann man auch erstmals die Insel selbst und sogar das Terrain verändern. Auf der Insel selbst gibt es jeden Tag etwas zu tun. Blumen gießen, die Landschaft gestalten, Fische und Insekten jagen, neue Gegenstände herstellen – eigentlich macht man nicht viel, und ist am Ende trotzdem stundenlang beschäftigt. Und wenn es nur darum geht, die gesamte Insel von Unkraut zu bereinigen.

Dabei kann man einfach so in den Tag hineinleben und abwarten, was passiert und welche kuriosen Besucher die Brandung heute wieder angespült hat. Oder man macht sich daran, Aufgaben zu erfüllen, um Nook-Meilen zu erhalten. Die sind die Belohnungen für kleine Quests, wie „Fange einen Barsch“, „Pflanze einen Baum“, „Verkaufe Dinge für 5000 Sternis“ oder „Lasse fünf Fossilien analysieren“. Typisch für „Animal Crossing“, bietet „New Horizons“ vor allem eins: Entschleunigung und Freude an den kleinen Dingen des Insellebens, von denen es Hunderte zu entdecken gibt. Mal ganz abgesehen davon, dass das Spiel einfach herrlich anzusehen ist, weil es so hübsch und zuckersüß aussieht.

Geduld ist eine Tugend

In „Animal Crossing“ ist die Welt noch in Ordnung. Hier gibt es keine Dungeons zu meistern, keine Gegner zu besiegen und keine Gefahren, denen man ins Auge blicken muss. Abgesehen vielleicht von manchen Krabbeltieren, die Spieler ausknocken können – für zehn Sekunden. Das einzige Manko: Der Anfang gestaltet sich doch etwas schwerfällig. Der erste Hausbau, die Errichtung des Museums und des Ladens, weitere Häuer für Nachbarn – um das zu erreichen, müssen auch schon mal ein paar Tage verstreichen. Zumal man anfangs auf einem kleinen Teil der Insel festsitzt, erst später darf man auch den Rest erkunden. Aber „Animal Crossing“ war noch nie etwas für Ungeduldige, zur Not kann man immer noch „durch die Zeit reisen“, indem man einfach das Datum der Konsole ändert. Und wer von der heilen Welt irgendwann genug hat, und mehr Action und Frust braucht, sollte sich vielleicht die Rezension zu „Ark: Genesis“ auf dieser Seite durchlesen.

„Animal Crossing: New Horizons“, für die Nintendo Switch, Nintendo, ab 54,99 Euro.









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