Freitag, 01.06.2018

Widerstand gegen Schutz des Borkenkäfers

Leserbrief
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Ruth Monicke, Walkenried, zum Artikel „‘Rote Mappe‘ mit heißen Harzer Themen“ (GZ vom 29. Mai 2018/Eingang: 31. Mai 2018)

Was für ein trostloser Anblick – tote Fichten, soweit das Auge blicken kann. Wie lange wird es dauern, bis der Nationalpark Harz ein einziger verdorrter Haufen Reisig sein wird? Warum greift niemand ein, um dem Fichtensterben Einhalt zu gebieten? Verdient der Borkenkäfer so viel Schutz, dass der Wald geopfert werden muss? Nein. Nun werden Stimmen laut, die dem Geschehen nicht mehr ruhig zusehen können, das auch nicht mehr wollen – es regt sich Widerstand. Und das zu Recht!

Ich könnte mir vorstellen, dass nicht nur beim Betrachter über so viel Elend das Entsetzen groß ist, nein, dass sogar dem eingefleischten Forstwirt die Wut packt, weil er hilflos zugucken muss, wie sich Jahr für Jahr der tote Fichtenbestand den Wohngebieten nähert. Er hat ja gelernt, dass die Pflege und das Gedeihen des Waldes nicht nur oberstes Gebot ist, dass seine Arbeit erst Jahrhunderte später Früchte tragen wird. Ein gesunder Wald ist auch ein Wirtschaftsfaktor, nur, totes Holz kauft keiner, das kann aber sehr teuer werden.

Ein langfristig angedachter Urwald braucht ohne Eingriffe in seiner Entwicklung Jahrhunderte. Der Harz ist zum Experimentierfeld geworden – ist aber nicht menschenleer. Eine noch so gute Nationalpark-PR wird der Bevölkerung weder den Anblick ersparen noch die Toleranz verbessern.







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