Freitag, 01.11.2019

Wenn Virtual Reality zu real wird

Leserbrief
Kommentieren

Das absolute Eintauchen in eine fremde Welt, verspricht die Werbung. „Wir, die Firma Nameda, haben ein brandneues Spiel entwickelt. Damit bekommt Virtual Reality eine ganz neue Bedeutung.“ Die 17-jährige Lory kann ihr Glück kaum fassen – sie soll eine der Ersten sein, die das neue Game testen dürfen. Der Vertrag ist knallhart und die Spielregeln ziemlich undurchsichtig. 

Aber was solls? Lory will schließlich professionelle Gamerin werden und das Spiel ist garantiert ihr Sprungbrett. Zudem winken auch noch 100.000 Dollar Preisgeld! Da überlegt die 17-Jährige nicht lange.

Chip an der Schläfe

Auch als sie sich für die Teilnahme einen Chip an der Schläfe anbringen lassen muss, hat Lory nur das Preisgeld und ihre Karriere im Sinn. Bedenken hat sie keine. Ein winziger, intelligenter Super-Computer verbindet sich durch den Chip mit ihrem Gehirn und leitet das Spiel. Moment, intelligenter Computer? Exakt, Nameda hat tatsächlich eine selbstständig denkende Maschine erfunden.

Und was vielen Lesern wahrscheinlich aus düsteren Science-Fiction-Geschichten bekannt vorkommt, führt auch in „Lory-X“ zu nichts Gutem. Denn schon bald wird einer von Lorys Mitspielern getötet und aus dem zuvor so spannenden Abenteuer wird ein bitterer Kampf ums Überleben auch ausserhalb der Spiele-Level.

Nicht neu, aber kreativ umgesetzt

Neu ist die Geschichte nicht gerade. Aber kreativ umgesetzt. Wer sich sonst für Computerspiele und fremden Welten begeistern kann, dem wird auch die kunterbunte Welt gefallen, durch die Lory und ihre Mitstreitern wandern – wie Hobbits durch Mittelerde Richtung Mordor. Nur ohne Orks, dafür mit animierten rosa Zuckerguss-Katzen, Zombies und rätselhaften Schäfchen.

Die Sprache des Romans ist ziemlich einfach gehalten. Und Lorys Verhalten entspricht manchmal ein bisschen zu sehr dem Klischee vom selbstbewussten Teenager-Mädchen. Aber die Spiele-Level, durch die sie und ihre Mitspieler sich durchkämpfen müssen, sind spannend mit kreativ entworfenen Plots. Insgesamt ist die Geschichte um die Gamerin Lory solide Unterhaltung.

„Lory-X – Das Spiel ihres Lebens“ von V. T. Melbow, 356 Seiten, ab 12 Jahre, Loom Light/Thienemann Verlag, 16 Euro.









Weitere Topthemen aus der Region:
  • Bad Harzburg
    Silberbornbad öffnet bald sieben Monate
    Mehr
  • Lokal-Sport
    Für den MTV Hornburg zählt nur ein Sieg
    Mehr
  • Lokal-Sport
    Sarah Schilff hat der Ehrgeiz wieder gepackt
    Mehr
  • Langelsheim
    Geplante Umleitung sorgt für Fragen
    Mehr
  • Oberharz
    Mehr als 650.000 Euro für die Marktkirche „eingesammelt“
    Mehr