Freitag, 31.01.2020

Wanderausstellung Mathematikum ist zum zweiten Mal an der BBS

Leserbrief
Mehr zum Thema
 
Mathe kann Spaß machen

Goslar. Seifenwasser spritzt durch den Klassenraum. Carolina Koch steht mitten drin. Mit einem Seil zieht sie einen Ring um sich herum hoch. Daraufhin bildet sich ein schillernder Seifentunnel um die 9-Jährige – und zerplatzt nach einigen Sekunden. „Das Seifenblasen-Exponat finde ich mit am besten“, sagt die Schülerin der Grundschule Hahndorf.

Carolina ist eine von zahlreichen begabten jungen Menschen, die durch den Goslarer „Kooperationsverbund Hochbegabung“ gefördert werden, einem Zusammenschluss mehrerer Schulen und Kitas. „Ich mag Musik und Sport. Mathe fällt mir leicht“, sagt sie. Die 9-Jährige und 34 weitereKinder und Jugendliche des Verbundes und der „Clever Kids“ besuchten in dieser Woche gemeinsam das Mathematikum in den Berufsbildenden Schulen 1. Zwei Wochen lang gastierte eine Wanderausstellung des mathematischen Mitmach-Museums (dessen Hauptsitz in der hessischen Uni-Stadt Gießen liegt) dort.

380 Schülerinnen und Schüler

Rund 380 Schülerinnen und Schüler von der vierten Klasse bis zur Oberstufe haben sich die Mitmach-Exponate in Goslar angesehen. Eigentlich ist „Mathematik zum Anfassen“ für Schülerinnen und Schüler ab der neunten Klasse gedacht. Doch sie eignet sich auch für jüngere Kinder und Jugendliche, meint Sebastian Skorzinski. „Hier können die Kinder alles anfassen. Sonst ist Mathe ja eher abstrakt“, sagt der Physik- und Mathelehrer.

Gerade lässt Skorzinski mit Jonas und Joel Kutsch, beide 10 Jahre alt, Kugeln auf Bahnen Richtung Boden sausen. Eine der Bahnen ist gebogen, eine gerade. Die Zwillinge sind erstaunt, dass beide Kugeln trotzdem nahezu zeitgleich unten ankommen. Auch ohne, dass der Lehrer ihnen die mathematischen Formeln hinter dem Phänomen an die Tafel schreibt, sind die Schüler der Grundschule Jürgenohl beeindruckt.

Spielerischer Aspekt im Vordergrund

„Hier gibt es tolle Knobelsachen, man kann viel entdecken“, sagt Jonas. Nach der Schule könnte der Viertklässler sich vorstellen, als Architekt zu arbeiten. „Ich mag Mathe“, sagt Jonas. „Und er baut viel mit Lego“, fügt sein Bruder hinzu, der sich später im Arztkittel durch die Praxis eilen sieht.

„Beim Mathematikum steht der spielerische Aspekt im Vordergrund“, sagt Carsten Fiedler, Abteilungsleiter an der BBS 1. Jüngere Schüler entdeckten Neues, ältere frischten ihr Wissen auf. „Die Ausstellung nimmt die Scheu vor Mathematik. Seit einigen Jahren merken wir, dass Schülerinnen und Schüler zunehmend Probleme mit dem Fach, teilweise sogar Angst davor haben“, erzählt Fiedler. Da haben die Zwillinge Jonas und Joel sowie Carolina einigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wohl etwas voraus: Angst haben vor naturwissenschaftlichen Fächern haben sie nämlich nicht, sondern ein großes Interesse an ihnen.









Weitere Topthemen aus der Region:
  • Lokal-Sport
    ESV Goslar rutscht weiter ab
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Erörterungstermin: Planer erklären, wie Bad Harzburgs Stadtmitte aussehen kann
    Mehr
  • Goslar
    Grauhof: Schwierige Kontaktaufnahme
    Mehr
  • Bad Harzburg
    WvS-Schüler gewinnen Friedenspreis
    Mehr
  • Goslar
    42-Jähriger begeht Straftatenserie im Drogenrausch
    Mehr