Freitag, 07.02.2020

Von unverfrorenen Kübelpflanzen

Der Winter ist bisher rekordverdächtig milde. Daher erreichten mich dieser Tage Leseranfragen, ob man denn mediterrane Kübelpflanzen nicht einfach draußen lassen oder bereits wieder auswintern könne. Dazu ist ein deutliches Jein zu sagen.

Es gibt durchaus Pflanzen, die problemlos einige Minusgrade vertragen, wenn die Kälte nur ein, zwei Nächte anhält und es ansonsten tagsüber Plustemperaturen gibt. Dazu muss man wissen, dass diese Pflanzen sich durch hartes und manchmal auch dickes Laub auszeichnen. Also kann man beispielsweise Oleander, Oliven, einige Palmen, Lorbeer, Zitruspflanzen, Kamelien, Schmucklilien (Agapan-thus) und Rosmarin in solch milden Wintern wie diesem draußen stehen lassen. Alle Pflanzen mit weichem Laub müssen im Winter auf jeden Fall frostfrei stehen und sollten frühestens nach den Eisheiligen Mitte Mai wieder nach draußen umziehen.

Weil Wurzeln, die im Kübel stecken, aber schneller durchfrieren als solche im Gartenboden, sollte man die Kübel und Töpfe auf jeden Fall gut einpacken und am besten noch auf Hölzer oder Styroporplatten stellen, damit sie auch von unten vor Frost geschützt sind. Das Gießwasser sollte aber noch ablaufen können.

Denn auch, wenn die Pflanzen im Winter kaum Wasser brauchen, sollte man die Erdballen nicht vollkommen austrocknen lassen. Einmal in der Woche sollten die Pflanzen kontrolliert werden, ob die Erde trocken ist oder sich sogar Schädlinge eingestellt haben. Ist die Erde an der Oberfläche bis zu einer Tiefe von etwa zwei, drei Zentimetern trocken, vertragen die grünen Lieblinge einen Schluck aus der Kanne, möglichst nicht eiskalt aus der Leitung, sondern etwa zimmerwarm. Und gegossen werden sollte nur an frostfreien Tagen, weil sonst die Wurzeln gefrieren und die Pflanze abstirbt.

Als ich in einem Haus wohnte, in dem der Flur nicht geheizt wurde, habe ich in einem extrem kalten Winter einmal einige Kakteen verloren, die bei 0 Grad im Flurfenster standen. Ich goss sie, und zack, war die Erde blitzartig weiß und gefroren. Nach dem Auftauen waren die Kakteen matschig...

Zum Einpacken der Töpfe eignen sich Kokosmatten, aber auch Noppenfolie und Jutesäcke am besten. Vlies schützt in Frostnächten Stamm und Zweige. Am besten kommen die Pflanzen draußen durch den Winter, wenn sie eng zusammen und dicht an der Hauswand sowie unter einem Dach oder Dachvorsprung stehen. Damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht, denn ein solcher Standort bietet Schutz gegen kalten Ostwind, aber auch gegen zu viel Sonne, Regen oder Schnee. Außerdem strahlen Hauswände auch im Winter immer ein wenig Wärme ab. Das Vlies um Stamm und Zweige kann an frostfreien Tagen entfernt oder zurückgeschlagen werden. Die Topfummantelung bleibt dran, bis der Frühling da ist. Sollte eine Pflanze einen Teil ihrer Blätter oder extrem viel Laub abwerfen, ist die Ursache in der Regel kein Wassermangel, sondern das reduzierte Lichtangebot oder eine zu hohe Temperatur im Winterquartier.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie der Autorin eine E-Mail an christina.borchers(at)goslarsche-zeitung.de.