Montag, 07.08.2017

Vom Einzelkämpfer zum waschechten Rudeltier

Leserbrief
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Vor einiger Zeit habe ich ganz begeistert erzählt, dass ich mich nach jahrelanger Faulheit im Fitnessstudio angemeldet habe. Seitdem sind mittlerweile vier Monate vergangen, und ich darf nicht weniger stolz verkünden: Ich habe mein Training bis jetzt konsequent durchgezogen.

Seit wenigen Wochen habe ich auch die Kurse für mich entdeckt, die in jedem Fitnessstudio angeboten werden. Anfangs habe ich mich ein bisschen geziert, aus Angst, mich zu blamieren. Ich in einem Raum mit lauter durchtrainierten Menschen, die problemlos alle Übungen durchlaufen, während ich schon nach fünf Minuten schnaufe wie ein dickes Walross? Nein danke, darauf kann ich verzichten – so zumindest sah meine Vorstellung aus.

Nachdem ich mich aber überwunden hatte, habe ich gemerkt: So schlimm, wie ich befürchtete, ist es gar nicht. Sicherlich, bei einigen Übungen schaffe ich nicht so viele Wiederholungen wie manch anderer, hin und wieder setze ich auch einfach aus und pausiere ein paar Sekunden. Aber obwohl mir hin und wieder auffällt, was für ein Körperklaus ich doch immer noch bin – es klappt von Woche zu Woche besser. Ein Rudeltier zu sein ist anscheinend doch ziemlich spaßig.

Neulich habe ich mich sogar zum „Dance-Workout“ gewagt, meinem bis dahin absoluten Albtraum. Wer mich kennt, weiß nämlich: Rhythmus und Koordination sind nicht unbedingt meine Stärken. Eigentlich war es auch nicht meine Idee, tatsächlich wurde ich von einer Freundin mitgeschleppt. Doch wer hätte gedacht, dass ich so viel Spaß daran habe, in einer Gruppe zur Musik herumzuhopsen? Einen Nachteil haben die Kurse allerdings: Ich bringe die Lieder, zu denen dabei trainiert wird, jetzt immer mit Sport in Verbindung. Sobald die ersten Sekunden der aktuellen Hits erklingen, warte ich nur noch darauf, dass mir jemand Kommandos zuruft oder ich ein paar Schritte tanzen muss.

Zum Glück hält die Verwirrung immer nur wenige Sekunden an, und ich kann mich noch rechtzeitig davon abhalten, unwillkürlich mit Tanz- oder Trainingsübungen anzufangen – zumindest hat das bis jetzt immer geklappt. Wer weiß, wie es nach weiteren vier Monaten aussieht. Eure Marieke



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