Sonntag, 07.01.2018

Viel zu tun am Schreibtisch und im Geräteschuppen

Normalerweise sollte der Garten jetzt eigentlich etwas verschneit oder zumindest mit Reif überzogen sein. Aber das Wetter spielt anscheinend zu Beginn des neuen Jahres genauso verrückt, wie im zweiten Halbjahr des alten Jahres. Auf meinem Rasen hinter dem Haus steht das Wasser mittlerweile, weil der Boden nichts mehr aufnehmen kann. Da bin ich froh, dass auf dem Weg zum Komposthaufen Betonplatten als Trittsteine liegen und dass vor dem Haufen selbst zwei Reihen Platten liegen. So kann ich die Abfälle vom Gemüse putzen wenigstens weiterhin auf dem Kompost entsorgen, ohne mir allzu nasse Füße zu holen.

Im Garten selbst kann man zurzeit überhaupt nichts tun. Nicht einmal Staudenreste aus dem vorigen Jahr kann man zurückschneiden, denn das würde dem nassen Boden gar nicht gut tun. Die Wurzeln der Pflanzen leiden schon genug unter dem vielen Wasser, das Betreten des Landes würde den Boden stark verdichten. Und das gäbe zumindest den Wurzeln empfindlicher Stauden vermutlich den Rest.

Ohnehin ist es bei dem Wetter viel gemütlicher, Kataloge zu wälzen und nach neuen Pflanzenschätzen zu suchen, die im Frühling gepflanzt oder gesät werden können. Saatgut für Gemüsepflanzen nehme ich ja schon seit Jahren selbst ab, da ich ausschließlich samenfeste Sorten verwende. Aber wer erst mit dem Gärtnern anfängt und keine Freunde oder Bekannten hat, die Ableger oder Sämereien verschenken, muss sie ja wohl oder übel kaufen. Das muss man aber auch nicht überstürzen, denn die Aussaat (auch auf der Fensterbank) lohnt frühestens, wenn das Tageslicht wieder mindestens zehn Stunden täglich zur Verfügung steht. Und das ist in unseren Breitengraden erst Mitte/Ende Februar der Fall. Daher kann man in Ruhe planen und sich vielleicht Anfang Februar auf den Weg machen, um Samen zu kaufen oder sie im Internet zu bestellen.

Wer bis jetzt noch nicht weiß, was er an seinem Garten verändern möchte, sollte jetzt beginnen, maßstabsgenaue Pläne zu zeichnen. Das bewahrt am Ende vor Enttäuschungen und doppelter Arbeit. Für einen Plan vom Garten (alle Bauten, Wege, Beete und alle Pflanzen, die bleiben sollen) nimmt man zuerst die Maße und überträgt sie am besten im Maßstab 1:20 oder 1:25 auf Millimeterpapier. Dann legt man transparentes Papier auf diesen Plan und kann nun verschiedene Änderungsvarianten zeichnen. Will man neue Pflanzen setzen, sollte man diese in der Größe in den Plan zeichnen, die sie ausgewachsen erreichen werden.

Das Ganze lässt sich natürlich auch am Computer machen, das ist wesentlich einfacher und zeitsparender. Es gibt zahllose kostenlose und einfach zu bedienende Zeichenprogramme im Netz. Wer mit einfachen Symbolen wie Kreisen und Quadraten auskommt, die man verschieden einfärben kann, dem sei Open Office empfohlen. Damit erstelle ich seit Jahren Garten- und Beetpläne.

Wer trotz des schlechten Wetters nach draußen will, der kann ja schon einmal einen Blick auf seine Gartengeräte werfen und den Geräteschuppen aufräumen. Bevor die neue Saison beginnt, sollten alle Geräte durchgesehen und nach Bedarf gesäubert und gewartet werden, wenn das nicht schon am Ende der vorigen Saison geschehen ist.

Manches muss entrostet, geschärft oder vielleicht auch repariert werden. Zunächst müssen die Geräte in jedem Fall gesäubert und von Schnitt- und Erdresten befreit werden. Ich mache das regelmäßig, dann verkrustet nichts, und Rost kann sich auch nicht ansetzen. Falls es doch einmal Roststellen gibt, entferne ich diese mit einer Drahtbürste oder Schleifpapier. Diese Stellen öle ich hinterher dünn ein. Dazu eignet sich ein billiges Speiseöl genauso gut wie die speziellen Pflegeöle, die extra zur Gerätepflege angeboten werden. Übrigens können auch die Holzstiele alter Werkzeuge gut mal einen Schluck Öl vertragen. Dann liegen sie wieder glatt in der Hand.

Rasenmäher, Heckenschere und Co. werden ebenfalls gesäubert und gegebenenfalls entrostet. Danach prüfe ich die Funktion: Kabel, Schrauben und Schutzabdeckungen kontrollieren, lose Teile mit passendem Werkzeug wie Schraubendreher oder Schraubenschlüssel wieder befestigen. Größere Dinge überlasse ich aber lieber einem Fachmann.

Scheren, Messer und auch die Klingen des Rasenmähers werden mit der Zeit stumpf und müssen geschärft werden. Das geht ganz einfach mit einem Schleifstein für Gartengeräte oder einem Wetzstahl oder Wetzstein aus der Küche. Wenn keine Unebenheiten mehr sichtbar sind, ist die Klinge wieder in Ordnung.

Gelagert werden Gartengeräte am besten an einer regensicheren Stelle, also im Geräteschuppen, in der Garage oder im Keller. Dann hat auch Rost keine Chance.

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