Freitag, 01.09.2017

Viel Farbe ist auch im Winter möglich

Der Herbst ist schon da, die Nächte sind derzeit bereits viel zu kalt. Dennoch möchte mancher Garten- oder Balkonfan sich noch mit frischem Grün umgeben. Und das muss auch kein Traum bleiben. Denn jetzt ist zum einen die beste Zeit, um Büsche und Bäume zu pflanzen. Sie wachsen vor dem Winter noch an und treiben im kommenden Frühjahr dann zeitig aus.

Auf Balkon und Terrasse wachsen im Herbst noch winterharte Heide, Schöngesicht, Chrysanthemen, Stiefmütterchen, kleinwüchsige Astern und vieles mehr. Selbst Essbares lässt sich noch anbauen: Einheimische Kräuter und Gewürze wie die Echte Kamille, Borretsch, Gartenkresse, Liebstöckel und Knoblauch (Zehen stecken) gedeihen noch. Auch Mangold, Radieschen, Rettich, verschiedene Salate wie Rucola und Endivien sowie Zwiebeln können im September noch gesät oder als Jungpflanzen gesetzt werden. Manches wird sogar noch erntereif, wenn die Keimlinge und Jungpflanzen mit Vlies vor zu viel Kälte geschützt werden. Feldsalat wächst übrigens sogar unterm Schnee noch weiter.

Wer auch im Winter einen grünen Balkon haben möchte, kann zum Beispiel Immergrüne wie Buchsbaum, Gräser, Mini-Koniferen, kleine Sträucher oder Mühlenbeckia in die Kästen oder in Kübel pflanzen. Das geht bis in den Spätherbst hinein noch, einzige Voraussetzung ist, dass es keinen starken Frost gibt. Frisch gesetzte Gehölze kann man mit Vlies schützen. Das gibt es preiswert im Gartenmarkt.

Das Grün lässt sich im Winter mit blühenden Pflanzen, etwa Christrosen, aufhübschen. Auch das winterliche Alpenveilchen (Cyclamen coum) blüht in der Kälte in einem kräftigen Magentarot. Nicht zu vergessen: das Schneeglöckchen. Es blüht zuverlässig auch im Balkonkasten, und es gibt mehrere Hundert Sorten. Blattschmuckpflanzen wie Sedum, Purpurglöckchen oder Euphorbien eignen sich auch zur Balkonbepflanzung im Herbst und Winter. Dann wären da noch Pflanzen mit Beerenschmuck: Scheinbeere und Topfmyrthe.

Gepflanzt werden sollten sie alle jetzt so bald wie möglich. Im Gegensatz zur Sommerbepflanzung können die grünen Lieblinge jetzt enger in die Kästen gesetzt werden, denn über Winter wachsen sie kaum. Daher brauchen sie auch keinen Dünger. Gegossen werden sollten sie aber, wenn auch nur an frostfreien Tagen. Ist der Wurzelballen mal eingefroren, wartet man mit dem Gießen lieber, bis er wieder aufgetaut ist.

Und wer im Winter keine Pflanzen auf Balkon oder Terrasse pflegen mag, braucht trotzdem nicht auf Farbe zu verzichten. Als Deko eignen sich im Herbst etwa Kürbisse, Kastanien, Äpfel, getrocknete Gräser oder reifer Hopfen sowie Fichten- und Erlenzapfen. Wer wie ich Hopfen, Efeu und wilden Wein im Garten hat, kann aus abgeschnittenen Ranken Kränze binden und mit farbigen Schleifen schmücken. Das macht sich auch gut als Willkommensgruß an der Haustür.

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