Montag, 15.10.2018

Versunken im Schaumstoff-Meer: Der Funpark im GZ-Test

Leserbrief

Westerode. In Westerode hat Montag ein Funpark eröffnet, der nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt. Geschäftsführer Frank Kraft verspricht, dass sich Jugendliche bis mindestens 27 Jahre im Känguroom prächtig amüsieren. Diese These galt es, zu überprüfen. 

Schon vor der offiziellen Eröffnung haben meine Arbeitskollegin Marieke und ich uns hineingeschlichen, um uns dort in Ruhe umzusehen. Aber weil nur gucken langweilig ist, mussten wir die Attraktionen natürlich ausprobieren.

Auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern war es für uns nicht leicht, zu entscheiden, womit wir anfangen sollten. Um uns im wahrsten Sinne des Wortes warm zu springen, probierten wir uns auf den Trampolin-Bahnen aus. Laufen, springen, hier mal ein Salto oder ein missglückter Radschlag: Wir beide kamen ziemlich schnell ins Schwitzen. Also war es Zeit, die nächste Station auszuprobieren.

Fulminante Sprünge

Weniger anstrengend wurde es allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Einige der Trampoline führten zu riesigen mit Schaumstoff gefüllten Becken, in denen wir nach unseren fulminanten Sprüngen weich landeten. So konnten wir bei unseren Figuren über uns hinauswachsen und ich wagte mich sogar an einen Rückwärtssalto. Wenn man weiß, dass man weich fällt, ist die Angst vor der Landung nicht so groß.

Die eigentliche Schwierigkeit stand uns noch bevor. Wir mussten irgendwie aus dieser Schaumstoff-Grube wieder herauskommen. Einmal nicht richtig aufgepasst, und schon steckten wir bis zum Hals und noch tiefer fest. Nach mehrmaligen Fehlversuchen fanden wir heraus, dass der Trick darin besteht, schwimmende und flache Bewegungen zu machen, damit der Körper nicht so weit runter kommt. Marieke musste aber zu einem erneuten Tauchgang aufbrechen, denn sie hatte ihre Socke verloren. Deshalb empfiehlt sie, lieber vorzusorgen und engere anzuziehen.


Für uns beide ging es weiter zur nächsten Attraktion. Bereit, ein Ninja zu sein? Nicht wirklich, wir waren schon ziemlich erschöpft. Doch das wollten wir uns nicht anmerken lassen. Wie die Teilnehmer der bekannten Fernseh-Show kämpften wir uns durch den Ninja-Warrior-Parcours, stellten uns tapfer den ersten Hindernissen, kletterten, balancierten, schaukelten. Doch bis ins Ziel hat es keiner von uns geschafft, dabei sieht es im Fernsehen immer so leicht aus.

Danach mussten wir erst einmal verschnaufen und genehmigten uns eine Trinkpause, bis wir einen Wettlauf über die Trampolinbahnen starteten. Bei diesem Duell rannten wir um unser Leben, doch am Ende ging leider keiner als Sieger hervor. Der Schiedsrichter stellte ein Unentschieden fest.


Also musste ein zweiter Wettkampf her. Beim sogenannten Dodgeball, einer Sportart, bei der es wie beim Völkerball darum ging, seinen Gegner abzuwerfen, traten wir erneut gegeneinander an. Erst führte Marieke, dann holte ich auf. Sie punktete erneut, doch ich konnte wieder ausgleichen. Matchball. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen erzielte ich den entscheidenden Treffer und ging als Sieger aus der Partie hervor.

Doch zum Abschluss blamierten wir beide uns noch einmal ordentlich. Betreiber Frank Kraft kündigte unsere letzte Station als die „Super-Trampoline“ an. Mit einer extra starken Federung sollten sie uns in Richtung Himmel katapultieren, damit wir auf etwa zwei Meter hohe Wände springen konnten. Doch irgendwie wollte uns das nicht so recht gelingen. Die nötige Höhe hatten wir zwar erreicht, aber unsere Angst stand uns im Weg. „Man muss sich nur trauen, abzuspringen. Dann ist es ganz leicht“, sagte Kraft und demonstrierte seine Fähigkeiten.

Muskelkater nach dem Besuch

Also überließen wir die Super-Trampoline zunächst dem Profi, doch wir werden wiederkommen. Schließlich müssen wir trainieren, damit wir irgendwann auch auf die Wände springen können. Das zeigt aber auch, dass der Funpark für jeden Spiel, Spaß und Action bereithält, auch wenn die inoffizielle Altersgrenze von 27 Jahren überschritten ist.

Den Besuch im Känguroom werden Marieke und ich so schnell nicht vergessen: zum einen, weil wir einen schönen und erlebnisreichen Tag hatten. Zum anderen, weil der Muskelkater, den wir davongetragen haben, nicht ohne war. Wer Abwechslung in seinem Sportprogramm erleben möchte, der kann sich im Westeröder Funpark nach Herzenslust austoben.




Unter der Woche hat die ehemalige Tennishalle von 14 bis20 Uhr geöffnet. An Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien von10 bis 20 Uhr. Eine Tageskarte für die ganze Anlage kostet zehn Euro.








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