Donnerstag, 29.03.2018

Verdacht: Stadt misst mit zweierlei Maß

Leserbrief
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Christina Singewald, Goslar, zu den Artikeln „Denkmalschutz stoppt Abrissarbeiten“ (GZ vom 24. Februar 2018) und „Keine Antwort auf die Frage nach der Archäologie“ (GZ vom 21. März 2018/Eingang: 27. März 2018)

Als zum Welterbetag 2016 das Schwarzbuch der Arbeitsgruppe Lokales Welterbe-Monitoring veröffentlicht wurde, war damit die Hoffnung auf einen sensibleren Umgang der Stadtverwaltung mit den geschützten Baudenkmälern verbunden. Zu der Zeit waren das alte Friedhofsgebäude in der Hildesheimer Straße und das Gartenhaus des Kräuterdoktors Lampe der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Wenn man nun in der GZ liest, was sich seitdem in der Mauerstraße (Harzschänke, Villa Saxer) und der Münzstraße (ehemalige Stadtbücherei) abspielt, kann man nur zu dem Schluss gelangen, dass der Oberbürgermeister und seine Bauverwaltung beim Umgang mit Denkmälern ebenso ignorant verfahren wie ihre Amtsvorgänger. Da erteilt die Stadt eine Abrissgenehmigung für die als Denkmal geschützte Lesehalle von 1894, eine Zeugin des 19. Jahrhunderts der damaligen Baukultur und Bautechnik. Romanische Mauerreste werden zerbrochen und auf Steinschutthaufen gelagert. Eine Abstimmung zwischen dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, unterer Denkmalschutzbehörde und ICOMOS ist nicht erkennbar. Die Archäologie wird im Vorfeld nicht informiert, und wenn sie dann erscheint, hat der Bagger alle historischen Spuren beseitigt. Andererseits aber wird Hauseigentümern vorgeschrieben, dass neue Fenster sich in den Denkmalen nach außen öffnen lassen müssen. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Hat die Verwaltung kein Interesse am Weltkulturerbe Altstadt von Goslar?








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