Montag, 15.06.2020

Umfrage bei Demonstranten: "Wir sind doch alle nur Menschen"

Leserbrief

Die beiden Demonstrantinnen Lena Alex und Marie Schneider haben bei dem plötzlich auftretenden Platzregen am Rosentorplatz am meisten abbekommen. Das hat ihnen aber gar nichts ausgemacht – im Gegenteil.

Marie Schneider, 18. Fotos: Dämgen
„Uns war die Situation für fast neun Minuten unangenehm. Für diskriminierte Schwarze ist es vielleicht aber ihr ganzes Leben lang so“, sagte Marie überzeugt. Das Video, in dem der Erstickungstod George Floyds zu sehen ist, hat sie sich nicht komplett angeschaut. „Ich muss ehrlich sagen, ich habe es nicht ganz geschafft. Ich weiß, ich sollte es vermutlich ansehen. Es ist schon privilegiert zu sagen: Ich kann es mir nicht angucken.“

Auch Menschen in Deutschland Opfer von Rassismus

Genauso wie Marie empfand auch Lena Alex es als selbstverständlich, die Gedenkzeit nicht aufgrund des Regens abzubrechen. „Wir halten acht Minuten und 46 Sekunden durch“, sagt die 16-Jährige. Sie fragt sich, wie es für Menschen ist, die seit ihrer Kindheit für Respekt kämpfen müssen. Das Video von George Floyds Tod habe sie sich ebenfalls angesehen und ist schockiert. Dass Schwarze auch in Deutschland Opfer von Rassismus sind, betitelte sie als „widerlich“: „Wir sind doch alle nur Menschen.“

Von Lea Dämgen









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