Freitag, 26.06.2020

Umfrage: Wieso Studierende aus der Region sich für ihren Studiengang entschieden haben

Leserbrief

Sich für das richtige Studium zu entscheiden, ist gar nicht so einfach. Junge-Szene-Mitarbeiterin Lea Dämgen hat bei Studierenden aus der Region nachgefragt, wieso sie sich für ihren Weg entschieden haben. 

Maschinenbau an der TU Braunschweig

Armita Salehi, 19. Fotos: Privat
Armita Salehi war sich nach dem Abitur sicher: „Ich möchte unbedingt etwas Technisches studieren“ – ein Entschluss, den andere junge Frauen in ihrem Alter eher selten fassen. Für Armita allerdings hat sich das Maschinenbaustudium an der TU Braunschweig als genau die richtige Wahl erwiesen. „Wahrscheinlich habe ich die Begeisterung dafür von meinem Vater, der als Elektrotechniker arbeitet“, erzählt die 19-Jährige aus Jürgenohl, wo sie weiterhin bei ihren Eltern wohnt. Seit zwei Semestern pendelt sie jetzt schon fast täglich von Goslar in die Universitätsstadt und zurück. „Die kurze Strecke ist aber kein Problem“, erklärt Armita.

Dass ein Praktikum vor Studienantritt eine gute Gelegenheit ist, um sich dem eigenen Berufswunsch zu vergewissern, konnte sie am eigenen Leib erfahren: „Nach meiner Arbeit in einer Schlosserwerkstatt in Langelsheim war ich mir sicher, dass ich Maschinenbau studieren möchte. Es hat mir wirklich sehr geholfen.“

BWL an der Uni Byreuth

Benett Lohse, 20.
„Interesse an Wirtschaft und Aktien hatte ich schon immer“, erzählt Benett Lohse, der Betriebswirtschaftslehre (BWL) im vierten Semester an der Uni Bayreuth studiert. „Das BWL-Grundstudium ist fast an jeder Uni sehr breit gefächert“, erklärt er. Einerseits habe das einen positiven Effekt, weil ihm viele Wahlmöglichkeiten zur Spezialisierung offen stünden – andererseits müsse er sich dadurch oft mit Studieninhalten beschäftigen, die ihn nicht so sehr interessieren: „Da kommt man leider nicht drum herum.“

„Gute Einkommenschancen sind natürlich ein Plus, aber nicht ausschlaggebend für die Studienwahl“, stellt er klar. Vielmehr reizt den Goslarer am Studium, später das Know-how für die Gründung einer eigenen Firma zu haben und Verantwortung übernehmen zu können.

Vor allem das CHE-Hochschulranking, bei dem die Uni Bayreuth sehr gut abschneide, hat Benett dazu bewogen, sich für Bayreuth zu entscheiden. „Es gefällt mir aber auch, alleine zu wohnen und in einer größeren Stadt zu leben,“ sagt er.

Französisch an der Uni Leipzig

Mylene Pfeiler, 22.
Mylene Pfeiler aus Immenrode studiert schon seit sechs Semestern Französisch und Evangelische Religion auf Lehramt für Gymnasien an der Uni Leipzig. Ausschlaggebend für die Studienwahl war ihre Leidenschaft zum Unterrichten und zur französischen Sprache. „Geld spielt für mich nicht wirklich eine Rolle“, erklärt die 22-Jährige. „Hauptsache ich habe Spaß.“

Obwohl sich Mylene als „Dorfkind“ bezeichnet, war es ihr nach dem Abitur wichtig, einen kompletten Neustart, weit weg von zu Hause, zu wagen: „Es war anfangs nicht einfach, weil ich dort niemanden kannte. Aber es war genau die richtige Entscheidung“, freut sie sich.

Abiturienten rät Mylene, sich auszuprobieren: „Nur weil man ein Abi hat, muss man nicht gleich studieren gehen“, betont sie und macht darauf aufmerksam, dass der Traumberuf in manchen Fällen auf unterschiedliche Art und Weise verwirklicht werden könne – zum Beispiel über eine Ausbildung, falls einem das theoretische Lernen an einer Uni oder Hochschule nicht liegt.

Jura an der Uni Göttingen

Um ein Studium kommt Phillip Stövesand aber nicht drum herum: Er möchte im Rechtswesen Fuß fassen und studiert Jura an der Uni in Göttingen, Ziel ist das Staatsexamen. Dass das Studium kein Zuckerschlecken werden würde, war ihm bereits vor Studienbeginn bewusst. Im zweiten Semester angekommen, kann der Goslarer jetzt bestätigen: „Es fühlt sich manchmal an, als würde man einen 40-Stunden-Job haben.“ Dennoch ist er vom Studium in Göttingen begeistert. „Es macht sehr viel Spaß, sein Wissen anzuwenden. Jeder Fall ist anders – das macht das Studium so abwechslungsreich“, schwärmt er. Studieninteressierten gibt er aber zu bedenken: „Man muss sich bewusst sein, dass es viel Lernaufwand ist und man muss bereit dazu sein, auch an den Wochenenden zu lernen.“

Darüber, dass er nicht mehr pendeln muss, und nun eine WG gefunden hat, ist er heidenfroh. „Es ist schön, Gesellschaft um sich zu haben. Außerdem gehört das für mich zum Studentenleben dazu“, sagt er.









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