Mittwoch, 26.09.2018

Tränenausbrüche und ein Ohnmachtsanfall

Leserbrief

Goslar. Nichts für schwache Nerven war der Präventionstag „Stay alive“ im Goslarer Krankenhaus. Die Teilnehmer bekamen Dinge zu sehen, die sie normalerweise als Patient nicht mitbekommen. Wie wird ein Schwerverletzter aus einem Auto geborgen? Was passiert im Schockraum, wenn es um Leben und Tod geht? Und wo können sich Angehörige von ihren Geliebten verabschieden, die es nicht geschafft haben?

Dabei reagierten die Schüler teilweise heftig auf das Geschehene: Tränen flossen im Andachtsraum, ein Schüler fiel im Schockraum sogar kurzzeitig in Ohnmacht. Die Schüler hatten aber immer die Möglichkeit, die Gruppe zu verlassen, wenn es für sie zu viel wurde.

Jannik Bothe war von dem Schockraum überwältigt. „Die Verletzungen wirkten ziemlich echt“, sagte der 15-Jährige geschockt. Er findet es aber sehr interessant zu sehen, wie die Patienten in der Notaufnahme behandelt werden.

Keine Berührungsängste

Berührungsängste mit dem Schockraum oder dem Andachtsraum hatte Joelina Zucker keine. „Ich habe mich auf die Leichenhalle gefreut“, sagte die 15-Jährige, die später gern einmal im Rettungsdienst arbeiten möchte. Gemeinsam mit ihrer Freundin Noelle Mehenni zeigte die 15-Jährige im Erste-Hilfe-Kurs ihre Qualitäten für den Job.

Noelle fand es sehr wichtig, einen solchen Kurs zu besuchen. „Ich muss doch wissen, was ich tun muss, wenn ich mal an einem Unfall vorbeikomme. Dann will ich den Verletzten doch helfen können“, erzählte die 16-Jährige. Generell sah sie das Präventionsprojekt als sinnvoll an, da den Jugendlichen so realitätsnah vor Augen geführt wird, wie schnell sich ein Verkehrsunfall unter Drogeneinfluss ereignen kann.

Sarah Vassine war über einige Dinge überrascht, die sie in den Vorträgen gelernt hat. „Ich hätte nicht gedacht, dass Drogen so lange im Körper nachweisbar sind“, berichtete die 15-Jährige. Stoffe, die in Cannabis vorhanden sind, können Wochen nach dem Konsum durch einen Urin- und Bluttest sichtbar gemacht werden. Ralf Buchmeier, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Goslar, erklärte, dass ein solcher Testbefund am Steuer sehr teuer sein kann und zu einer Einziehung des Führerscheins führt. cok








Weitere Topthemen aus der Region:
  • Goslar
    Hoch zu Pferde durch die Kita-Zeit
    Mehr
  • Schladen
    600 Strohballen brennen an der B6
    Mehr
  • Seesen
    Opfer sucht die Schuld für häusliche Gewalt bei sich selbst
    Mehr
  • Lokal-Sport
    Miriam Paurat: Im Expresstempo zur WM-Medaille
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Wer lügt? Offener Zoff zur Bundesstraße 4
    Mehr