Freitag, 06.04.2018

Tanzend erscheint das Leben leichter

Leserbrief

Die Australierin Kylie Minogue ist seit 30 Jahren dank Hits wie „I Should Be So Lucky“ oder „Spinning Around“ aus der Popwelt nicht wegzudenken. Am Freitag erscheint ihr 14. Studioalbum „Golden“, für das sie sich von Countrymusik beeinflussen ließ. Trotzdem klingt es aber immer noch melodisch, poppig und voll und ganz nach Kylie. Die 49-jährige Pop-Ikone sprach in London über die tiefere Bedeutung des Tanzens, die therapeutische Arbeit an „Golden“ und das bevorstehende halbe Jahrhundert Kylie Minogue.

Die Australierin Kylie Minogue ist seit 30 Jahren dank Hits wie „I Should Be So Lucky“ oder „Spinning Around“ aus der Popwelt nicht wegzudenken. Gestern erschien ihr 14. Studioalbum „Golden“, für das sie sich von Countrymusik beeinflussen ließ. Trotzdem klingt es aber immer noch melodisch, poppig und voll und ganz nach Kylie. Die 49-jährige Pop-Ikone sprach in London über die tiefere Bedeutung des Tanzens, die therapeutische Arbeit an „Golden“ und das bevorstehende halbe Jahrhundert Kylie Minogue.

Sie singen in Ihrem ersten Hit „Dancing“ aus dem neuen Album: „Wenn ich ausgehe, dann will ich tanzen gehen.“ Stimmt das?

Ja! Ich muss jedoch gestehen, allzu oft mache ich das nicht. In meinen Zwanzigern war das anders, da drehte sich immer alles um die Frage „In welchen Nachtklub gehen wir heute“. Wenn ich heutzutage mal weggehe, dann läuft das meistens ähnlich ab, quasi nach dem „Kylie-Schema“.

Was ist das „Kylie-Schema“?

Ich treffe mich mit Freundinnen. Eine sagt: „Wollen wir nicht mal dorthin gehen, soll cool sein?“ Und ich bin in der Regel diejenige, die auf die Bremse tritt, so nach dem Motto „Okay, eine halbe Stunde und dann habe ich bestimmt keine Lust mehr“. Aber, wenn die Musik, die Stimmung und die Leute passen, dann kann es bei mir spät werden. Feiern gehen, vor allem, wenn ich mich spontan treiben lasse, gibt mir Energie und Kraft.

Ist das die tiefere Bedeutung, die in „Dancing“ steckt?

Ja, so plump es manchmal klingt: Wir machen uns alle zu viel Sorgen. Eine Klubnacht erinnert uns daran, wie leicht das Leben sein kann. Tanzen ist ein ungemein starkes und wirkungsvolles Heilmittel – für dich selbst, für deine Seele, für deinen gesamten Glückshaushalt.

Sie standen kurz vor Ihrer ersten Ehe. Kann man sagen, dass Ihr persönlicher Glückshaushalt nach der Trennung von Ihrem Verlobten Joshua Sasse Anfang 2017 ziemlich in Unordnung geraten war?

Kann man. Das war ein Tiefschlag. Es war nicht nur mein Herz gebrochen, sondern mehr. Es fühlte sich an, als sei insgesamt etwas in mir kaputtgegangen.

Hat Ihnen die Arbeit an „Golden“ geholfen?

Ich würde noch weitergehen und behaupten: Die Musik hat mich gerettet. Sie gab mir einen Sinn, einen Fokus. Musik ist die Liebe, die immer für mich da ist, die sicher ist, auf die ich mich blind verlassen kann. Stand jetzt: Sie ist die Liebe meines Lebens.

Sie haben Ihr neues Album teilweise in Nashville aufgenommen. Warum haben Sie sich von Countrymusik inspirieren lassen?

Weil Country cool ist. Logischerweise habe ich kein wirkliches Country-Album gemacht, das wäre ja auch nicht glaubwürdig. Ich mache nach wie vor Popmusik mit Dance-Einflüssen. Aber ein bisschen von diesem Geschmack reinzubringen, das fand ich eine Superidee.

Spielen Sie im „Dancing“-Video eigentlich wirklich Gitarre oder tun Sie nur so?

Ertappt. Ich tue nur so. Als ich jünger war, habe ich das ein bisschen gelernt, aber ich bin nie drangeblieben. Sieht aber ganz gut aus, oder? Wir hatten echt Spaß in Nashville. Dort fanden wir die richtige Balance für das ganze Album.

Ist der Song „Golden“ eine Anspielung auf Ihren bevorstehenden50. Geburtstag?

Oh Gott, nein. Das war fast ein gemeiner, auf jeden Fall zufälliger, Streich des Universums, dass „Golden“ irgendetwas mit „50“ zu tun hat. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, aber ich hatte eben diese eine Zeile, die ich unbedingt in dem Song unterbringen wollte: „We’re not young, we’re not old, we’re golden“. Für mich ist das ein total schöner Satz. In meiner Branche wird furchtbar viel über das Alter geredet, ja geplappert, und speziell als Frau stehst du permanent unter Beobachtung. Ich glaube, ich habe früher mehr mit dem Älterwerden gehadert als jetzt. Wir sind, wer wir sind, an jedem Punkt unseres Lebens. Und ja, ich bin kein junger Mensch mehr, aber ich bin überhaupt nicht der Ansicht, dass ich deshalb keine Musik mehr machen sollte. Nein, ich darf weitermachen. Auch wenn mein Körper immer wieder mehr oder weniger subtile Signale sendet, dass er kurz davor ist, 50 zu werden.

Wissen Sie, was Sie am 28. Mai, Ihrem Geburtstag, machen werden?

Überhaupt noch nicht. Ich bin eine schrecklich schlechte Planerin. Ich habe mich noch um gar nichts gekümmert. Ich sollte wohl feiern, oder? Ich meine, ich bin seit 50 Jahren auf der Erde, und das ist doch eine wundervolle Sache.







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