Mittwoch, 14.11.2018

Spyro feiert ein feuriges Comeback

Leserbrief

Fangirls und Fanboys der90er aufgepasst: Nachdem Crash Bandicoot schon im vergangenen Jahr mit einem Remake seiner ersten Spiele ein umjubeltes Comeback feierte, kehrt nun ein weiterer Playstationheld unserer Kindheit zurück. Er ist klein, lila und furchtlos – die Rede ist natürlich von Spyro, dem Drachen.

In der „Reignited Trilogy“ macht er sich erneut auf die Pfoten, um gemeinsam mit seinem besten Freund Sparx, der Libelle, die Welt zu retten – oder besser gesagt gleich drei. Das Spiel ist eine Neuauflage der ersten drei Teile, die vor 20 Jahren erschienen sind. Als Spyro kehrt ihr zurück in die Drachenreiche, um gegen den hässlichen Gnasty Gnorc zu kämpfen, verirrt euch erneut nach Avalar und macht dort dem ebenso kleinen wie fiesen Ripto den Gar aus und rettet die Drachenbabys aus den Vergessenen Welten, bevor die böse Zauberin sie in Klauen kriegt. Spyro hüpft, gleitet und rennt durch die Level, wie man es von einem Jump’n’Run-Spiel nicht anders erwarten kann.

Bis man allerdings dorthin kommt, muss man etwas Geduld haben. Denn nur Teil eins ist auf der Disc enthalten, Teil zwei und drei müssen durch einen Patch heruntergeladen werden. Und auch die Ladezeiten haben es anfangs in sich. Sobald das Spiel aber startet, kommt man aus dem Staunen kaum mehr raus. Die Welten sind unglaublich detailreich und wirken viel weiträumiger und größer als noch vor 20 Jahren. Allein wegen des Ausblicks von manch hohem Turm könnte man stundenlang verweilen. Kaum dass Spyro den ersten Schritt in der Spielwelt wagt, fühlt es sich schon wieder an wie zu Hause – auch wenn sich vieles nicht nur optisch verändert hat. Der kleine Drache spielt sich dynamischer, was zu Anfang ungewohnt, aber nicht schlechter ist. Es tut dem Spiel sogar gut: Spyro ist wendiger, weniger statisch als noch auf der Playstation 1. Entwicklerstudio „Toys for Bob“ hat ganze Arbeit geleistet und man merkt, mit welcher Aufmerksamkeit sie das Originalspiel studiert haben.

Doch kein Spiel ist perfekt. An manchen Stellen wirkt die „Reignited Trilogy“ deutlich einfacher als das Vorbild. Hier ein bisschen mehr Zeit für eine Aufgabe, dort ein wenig mehr Spielraum bei den Missionen, und schon rauscht man noch schneller durch die Level als ohnehin schon. Und leider hat man sich – im Gegensatz zur englischsprachigen Version – für die deutsche Ausgabe nicht darum bemüht, die Synchronsprecher aus den Originalen zu gewinnen. Vor allem eingefleischte Fans kann das irritieren.

In einem Punkt wirkt die deutsche Version aber geradezu schlampig: Einige Level oder sogar Figuren tragen auf einmal ganz andere Namen oder sind im Gegensatz zum Original übersetzt worden. Hartgesottene Nostalgiker dürften sich daran stören, wenn man sich auf einmal in den Orten „Altstadt“ und „Wüstenpalast“ rumtreibt. Denn wir haben die Level nun einmal unter Namen wie „Town Square“, und „Glut“ kennen, lieben oder manchmal hassen gelernt. Und den epischen Kampf haben wir damals eigentlich gegen „Schluck“ ausgetragen. Die alten Namen waren deutlich atmosphärischer, die Neuen sind dagegen einfallslos und sperrig. „Toys for Bob“ hat ein nahezu perfektes Remake vorgelegt, das durch die deutsche Umsetzung aber einen leicht sauren Beigeschmack bekommt ...

„Spyro: Reignited Trilogy“, Toys for Bob, 2018, ab 6 Jahren, für Playstation 4 und Xbox One, ab 34,99 Euro.







Weitere Topthemen aus der Region:
  • Lutter
    Wachsende Aufgaben, weniger Einwohner
    Mehr
  • Goslar
    Der Zauber der Weihnacht im Berg
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Buntes Treiben auf zwei Weihnachtsmärkten
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Viele Leser finden das Lösungswort heraus
    Mehr
  • Bad Harzburg
    Silent Radio im Bündheimer Schloss: Wenn die Etagere wieder kreist...
    Mehr