Mittwoch, 29.11.2017

Sprache hält mit Frauen-Wandel nicht mit

Leserbrief
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Angelika Jähner, Bad Harzburg, zum Artikel „Kritik an der GZ: Sprache benachteiligt Frauen“ (GZ vom 21. November 2017/Eingang: 28. November 2017)

Die Redakteurin Dieter Böhl“ - so begrüßte die Bürgermeisterin Brigitta Schweigel den Vertreter der GZ beim Harzer Schärper. Sie greift damit einen mehr als 40 Jahre alten Vorschlag der Frauenbewegung auf, nur die weibliche Form zu benutzen. Die Nennung beider Geschlechter war schon damals zugunsten der leichteren Lesbarkeit oder des flüssigeren Vortrags abgelehnt worden. Sollten die Frauen sich doch mit gemeint fühlen. Schon damals wurde die Diskussion darüber von vielen als eher belustigend denn nützlich empfunden.

Bemerkenswert ist allerdings, dass auch nach dieser langen Zeit offensichtlich das Unwohlsein der Frauen mit der „männlichen Sprache“ geblieben ist und sie sich eben nicht nur mit gemeint fühlen wollen. Die Forderung nach einer Änderung ist deshalb immer noch lebendig.

Die Sprache war in ihren Anfängen männlich. Dies entsprach auch der Bedeutung der Frau in der Gesellschaft zu dieser Zeit. Inzwischen hat sich die Bedeutung der Frau in allen Lebensbereichen aber deutlich geändert. Die Sprache hat mit dieser Änderung nicht schrittgehalten. Wie ich Sprache gebrauche, zeigt meine Einstellung zu den Dingen. Will ich die Einstellung ändern, muss ich auch den Gebrauch der Sprache ändern.

Wer weiß, vielleicht würden Frauen in der Politik und in der Wirtschaft mehr Bedeutung bekommen, wenn sie beim Gebrauch der Sprache mehr wahrgenommen würden.








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