Mittwoch, 10.01.2018

Sorge um Verkauf städtischer Betriebe

Leserbrief
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Helmut Meer, Goslar, zum Artikel „Betriebshof biegt endlich auf die Zielgerade ein“ (GZ vom 9. Januar 2018/Eingang: 9. Januar 2018)

Ein Anteil von 49 Prozent am Betriebshof (Straßen- und Winterdienst, Grünanlagen und Friedhöfe) soll an eine private Firma verkauft werden. Eurawasser ist am Ende der einzige Bieter, da ist es dann nicht erstaunlich, wenn dieser beim Kauf ein echtes Schnäppchen macht. Zu erwarten ist sicherlich auch, dass die Verträge geheim bleiben, weil das öffentliche Interesse dem privaten Geschäftsgeheimnis untergeordnet wird. Bald sinkt dann die Qualität der Leistungen und die Preise werden erhöht, denn das private Kapital muss Rendite machen.

Warum das alles? Die Geldmenge wächst ohne Ende, während die öffentlichen Kassen, die Kaufkraft vieler Bürger und die ganze Realwirtschaft finanziell ausgehungert werden. Die gleichzeitig wuchernden Finanzmärkte verfügen über immer mehr Geldvermögen und dieser Raubtierkapitalismus muss mit immer mehr Futter beziehungsweise Rendite versorgt werden. Damit das gemacht wird, sorgt der überstarke Lobbyismus des Großkapitals für das steuerliche Aushungern der öffentlichen Kassen. In der Finanznot verkauft die Kommune nun das Tafelsilber – was wird als nächstes verkauft?

In den 1960er Jahren, als die Kommunen noch viel ärmer waren als heute, haben diese noch Schulen und sogar Schwimmbäder gebaut. Aus heutiger Sicht ein unvorstellbarer Luxus. Warum hat sich das nach Jahrzehnten so entwickelt? Wir haben alle gearbeitet und Werte geschaffen, die wachsende Verarmung ist völlig unlogisch! Welche Mechanismen sind da verantwortlich?








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